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Serie: Zwischenstopp in Delmenhorst Pendler aus Liebe

Von Frederik Grabbe | 08.07.2016, 20:42 Uhr

In der Sommerserie „Zwischenstopp“ trifft das dk auf Menschen, die auf der Durchfahrt durch Delmenhorst sind. So wie Luer Tranzold. Der 65-Jährige pendelt im Monat 3320 Kilometer zwischen Arbeitsplatz und Wohnort.

Die Autobahn ist ein Hort für Lkw-Fahrer und Urlauber. Aber Halt! Wie war das mit den Pendlern? Knapp 16300 Menschen – haben die Statistiker der Stadt 2012 notiert – verlassen Delmenhorst jeden Tag, um woanders ihre Brötchen zu verdienen. Fast 9500 allerdings wiederum pendeln in die Stadt ein.

Täglich heißt es: 83 Kilometer bis zur Arbeit – und wieder zurück

Zu keiner dieser beiden Kategorien gehört Luer Tranzold, Pendler ist er dennoch. Und stellten Verkehrsforscher ein Ranking über die weitesten Pendlerstrecken auf, Tranzold würde weit vorne landen: 83 Kilometer fährt der 65-Jährige jeden Tag vom Wohnort bis zur Arbeitsstelle – und legt diese Strecke auf dem Heimweg noch einmal zurück. „Ich arbeite in einem Labor in Ottersberg. Da habe ich auch mal gewohnt. Der Liebe wegen bin ich nach Oldenburg gezogen“, sagt er.

Delmenhorster Trinkwasserproben unter die Lupe genommen

Den Rastplatz in Deichhorst an der A28 passiert Tranzold täglich. Beruflich ist er in einem Prüfinstitut tätig und untersucht etwa Wasser-, Lebensmittel-, Böden- oder Luftproben. So habe er etwa Löschwasser geprüft, dass bei einem Großbrand in Brinkum vor einem Jahr in die Gräben lief. Auch, als Fäkalkeime im Delmenhorster Trinkwasser trieben , habe sein Labor Proben untersucht. An diesem Tag hat er Schmutzwasserproben aus Achim genommen. „Reine Routine“, sagt Tranzold. „Aber liegt eine Verschmutzung vor, muss der Verursacher zahlen.“

Ab November ist Schluss

Die tägliche Kurverei übrigens nehme er für seine Frau gerne in Kauf. Und lange Pendeln muss der 65-Jährige nicht mehr. Im November geht er in Rente. „Das mit der Arbeit reicht dann auch mal.“

 Weitere Teile der Serie Zwischenstopp lesen Sie unten.