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Service für Radler in Delmenhorst Mehr Helfer in der Not bei der Fahrradpanne

Von Kai Hasse | 22.11.2018, 18:13 Uhr

In Delmenhorst soll es mehr Fahrradservicestationen geben – kleine Säulen mit Pumpe und Werkzeug für Reparaturen. Das ist ein Vorstoß von Politik und Verwaltung. Im ersten Schritt werden mögliche Kosten geprüft. Der ADFC hat noch Optimierungsvorschläge.

Der Radverkehr in Delmenhorst soll attraktiver und komfortabler werden. Dazu sollen Fahrradservicestationen in Delmenhorst eingerichtet werden. Sie können bei kleinen Pannen angesteuert werden. Diesen Stein ins Rollen gebracht haben die Fraktionen der Grünen und der Bürgerforum/Freie Wähler/Unger des Stadtrates. Das Gremium hat nun beschlossen, dass die Einrichtung der kleinen Säulen mit Pumpe und grundlegendem Werkzeug zunächst mit einer Kostenschätzung angegangen wird.

Stadt stützt Vorschlag mit Bedenken

Der Antrag der Fraktionen legt nahe: „Ein Aspekt, das Fahrradfahren in Delmenhorst attraktiver zu gestalten, ist, einfache kleine Fahrradservicestationen für kleine Wartungsarbeiten und Reparaturen zu schaffen.“ Gemeint sind etwa hüft- bis brusthohe Säulen, im Boden verankert, an denen eine Pumpe sowie an Drahtseilen befestigte Werkzeuge integriert sind. Sie könnten an zentralen Orten der Stadt stehen und von Radlern angesteuert werden, die eine Panne haben. Zunächst wird nach Antrag der Politiker ermittelt, welche Kosten für die Einrichtung dieser Stationen entstünden. Die Stadt stützte diesen Vorschlag – wies aber darauf hin, dass Vandalismusgefahr bestehe. Bereits jetzt gibt es zwei dieser Stationen in der Stadt beim Jute-Center. Eine davon ist beschädigt. Denkbar seien mehrere Standorte für Fahrradservicestationen: Am Rathaus, am City-Center, im neuen Parkhaus, sowie am Bahnhof, dem Haltepunkt Heidkrug oder am Krankenhaus.

Der Punkt ging im Stadtrat einstimmig durch. Harald Schneewind (Grüne) hatte zuvor für die Antragsteller klargemacht: „Fahrradverkehr ist im Aufwind. Diese Servicestationen zeigen, dass Fahrradfahrer willkommen sind. Und je zentraler und sichtbarer sie aufgebaut sind, umso sicherer sind sie auch vor Vandalismus.“

ADFC schlägt auch Ladeboxen für E-Bikes vor

Der ADFC Delmenhorst stützt diese Einschätzung. „Das wäre die Botschaft, dass Radler willkommen sind“, sagt Burkhard Kühnel-Delventhal, stellvertretender Vorsitzender der örtlichen Radfahrer-Interessensvertretung. „Wir befürworten alles, was den Bürger motiviert, Rad zu fahren.“ Und er hat weitere Vorschläge: Bei Einrichtung der Fahrradservicestationen solle erwogen werden, auch Ladeboxen für E-Bikes anzubringen, da voraussichtlich in kommenden Jahren immer mehr Menschen E-Biks fahren würden. „Das wäre die Zukunft – man sollte schon heute daran denken“, sagt er. Und er weist darauf hin, dass im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Vorhaben aufgeführt sind, die aus Sicht des ADFC generell angegangen werden müssen – wie den Ausbau des bestehenden Netzes, auch nach Lemwerder, die Verbesserung der Radweg-Qualität, oder bessere Hinweisschilder. Er wünscht sich, bei aller Wertschätzung für den Vorstoß für Fahrradservicestationen, „einen Masterplan mit Budgetierung und Konzept“, der den Verkehr in Delmenhorst zugunsten des Fahrrades verändert. „Wenn wir die Umwandlung der Verkehrsräume für das Fahrrad ernsthaft fördern würden, könnten wir auf Höhe von Oldenburg oder Münster sein“, sagt Kühnel-Delventhal. Beide Städte gelten bundesweit als so genannte „Fahrradstädte“. Zum Vergleich: In der Delmenhorster Kernstadt liegt der Anteil der Radfahrer am Individualverkehr bei 19 Prozent, gegenüber 81 Prozent Autoverkehr. In Oldenburg liegt der Fahrrad-Anteil gleichauf mit dem Anteil der Autofahrer bei etwas über 40 Prozent – jeweils laut Angaben der Städte.