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Sexistische Beleidigung Delmenhorster Kleingartenparty hat juristisches Nachspiel

Von Ole Rosenbohm | 01.11.2018, 12:35 Uhr

Ein Tumult mitten in der Nacht mit Dutzenden Menschen erlebten im Mai 2017 die Besucher einer Party in einem Delmenhorster Kleingartengelände. Für Einen endete erst jetzt ein juristisches Nachspiel.

Für eine höchst sexistische Beleidigung an einer Polizistin sowie einer Sachbeschädigung in einem anderen Fall muss der Angeklagte 2000 Euro zahlen. Das Verfahren vor dem Landgericht Oldenburg wurde zwar eingestellt, allerdings unter Auflage der Zahlung ans Kinderhospiz Löwenherz in Syke.

Offenbar hatte es auf der Party eine heftige Auseinandersetzung um einige nicht eingeladene Besucher gegeben. Weil die partout nicht gehen wollten, riefen die Ausrichter die Polizei. Die vier angerückten Beamten schätzten die Lage um 3 Uhr morgens als so kritisch ein, dass sie zwei zusätzliche Kollegen mit Hunden anforderten.

Angeklagter geriet mit Polizistin aneinander

Der Angeklagte, ein 26-jähriger Delmenhorster, schaltete sich offenbar in die Tumulte ein, um einen sich heftig mit Gästen und Polizisten streitenden Bekannten aus dem Mittelpunkt des Geschehens zu bringen. Dabei geriet er mit einer Polizistin mit Hund aneinander, stand ihr gegenüber und sprach die Worte, die der Richter jetzt als ehrverletzend bezeichnete.

Der 26-Jährige verteidigte sich, die Beleidigung habe nicht der Polizistin, sondern ihrem Hund gegolten. Die Erklärung aber überzeugte das Gericht weder in erster Instanz, in der der Angeklagte zu 50 Tagessätzen zu 60 Euro Geldstrafe verurteilt worden war, noch jetzt in der Berufung.

Einigung auf Zahlung

Dennoch einigten sich alle Beteiligten auf eine Verfahrenseinstellung gegen die Zahlung der 2000 Euro. Der Richter sah zwar eine „absolute Ungebührlichkeit“ in der angenommenen Beleidigung, die besondere Situation bei der Party würde das Verhalten des 26-Jährigen aber erklärbar machen. Auch die Staatsanwältin sagte, er sei nicht für die Gesamtsituation verantwortlich zu machen. Der die Beleidigung immer noch bestreitende Angeklagte stimmte letztlich aus wirtschaftlichen Gründen der Einstellung zu: Statt 3000 Euro plus Prozesskosten muss er jetzt nur noch 2000 Euro zahlen.

Die Sachbeschädigung floss ins Urteil mit ein. Der Angeklagte hatte zwei Tage nach den Tumulten im Kleingarten im Streit eine Tür eines Fitnessstudios beschädigt.