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Sigmar Gabriel zu Gast Außenminister besucht Firma Wehrhahn in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 04.09.2017, 12:57 Uhr

Während eines Wahlkampfauftritts beim Delmenhorster Maschinen- und Anlagenbauunternehmen Wehrhahn hat sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Montagvormittag dafür ausgesprochen, in der Russlandpolitik nicht auf eine Sanktion nach der nächsten zu setzen.

Er sprach von seiner Hoffnung, „dass wir zu Russland eine bessere Beziehung bekommen“. Und weiter: „Eigentlich brauchen wir eine neue Entspannungspolitik.“ Putins Reich ist eines der Länder, in denen sich Wehrhahn mit seinen in Delmenhorst 100 Mitarbeitern besonders engagiert.

Sanktionen gegen Russland berühren Wehrhahn auf Umwegen

Laut Geschäftsführer Torsten Dietz ist Wehrhahn insofern betroffen, das die Banken „eingeschüchtert“ reagierten, wenn es darum ginge, Projekte in Russland zu begleiten. „Die großen deutschen Banken haben alle Angst vor Sanktionen aus den USA“, fügte Geschäftsführer Dr. Klaus Bohnemann an.

Wehrhahn, seit inzwischen 125 Jahren am Markt, ist international als Spezialist etwa für Produktionsanlagen von Porenbeton und Faserzement erfolgreich, unter anderem auch im arabischen Raum, in China und in Südostasien.

„Deutschland muss Stimme für Abrüstung sein“

Mit Blick auf Deutschland als große Industrienation sagte Gabriel: „Je enger, je protektionistischer die Märkte werden, umso schwieriger wird es für uns.“ Europa, forderte er, müsse seinen außenpolitischen Einfluss stärken und sich nicht nur durch Aktionen im Inneren definieren. Auch für die Bundesrepublik sieht der Außenminister in der gegenwärtigen Weltlage eine klare Aufgabe: „Deutschland muss die Stimme sein, die sich für Rüstungskontrollen und Abrüstung ausspricht.“

Unterstützung für die SPD-Wahlkämpfer

Begleitet wurde Gabriel während seines anderthalbstündigen Besuchs auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag auch von den Landtagsabgeordneten Karin Logemann (Wesermarsch) und Axel Brammer (Landkreis Oldenburg) sowie dem Delmenhorster Landtagskandidaten Deniz Kurku. Der ursprünglich für den 18. August geplante Besuchtermin war nach dem Terroranschlag in Barcelona kurzfristig abgesagt worden.