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Silvesterbrauch Böllern in Delmenhorst: Rücksicht auf Flüchtlinge nehmen

28.12.2015, 17:29 Uhr

Mit Rücksicht auf traumatisierte Flüchtlinge rufen die Johanniter in Niedersachsen und Bremen dazu auf, in der unmittelbaren Umgebung von Flüchtlingsunterkünften auf allzu laute Silvester-Böller zu verzichten.

„In Deutschland ist das Silvester-Feuerwerk Tradition, und dies möchten wir auch niemanden nehmen“, sagt der Vorstand des Landesverbandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, Thomas Mähnert, kürzlich in Hannover. Mit Blick auf die Menschen, darunter auch viele Kinder, die Krieg und Gewalt mit einschlagenden Bomben erlebt hätten, sollte ein rücksichtsvoller Umgang jedoch selbstverständlich sein, sagt Mähnert.

Flüchtlinge aufklären

Rudolf Mattern, Fachbereichsleiter Soziales in der Delmenhorster Stadtverwaltung, sagt: „Man muss sich der Tatsache stellen, dass rund um den Silvestertag geknallt wird. Aufrufe werden daran wenig ändern.“ Es gehe daher vor allem darum, die in Delmenhorst lebenden Flüchtlinge auf die hiesigen Gebräuche vorzubereiten. „Die Mitarbeiter der AWO haben in den Unterkünften schon auf die bevorstehende Silvesternacht hingewiesen. Niemand soll glauben, dass hier ein Krieg ausbricht oder ein Brandanschlag verübt wird, wenn es knallt.“ Mattern ist allerdings der Meinung, dass der Großteil der Flüchtlinge mit dem Silvesterbrauch durchaus vertraut sein dürfte.

Seit Tagen schon sind in Delmenhorst bereits immer wieder Kanonenschläge zu hören, zu allen Tageszeiten. Die Stadtverwaltung erinnert daher ausdrücklich daran, dass Feuerwerkskörper grundsätzlich nur am 31. Dezember und am Neujahrstag abgebrannt werden dürfen. „In unmittelbarer Nähe zu Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen ist der Gebrauch von Pyrotechnik gänzlich untersagt. Zu besonders brandgefährdeten Gebäuden wie Tankstellen, Reetdachhäusern oder Zeltbauten muss ein Abstand von mindestens 100 Metern eingehalten werden“, teilt Stadtsprecher Timo Frers mit.

Bußgeld droht

Darauf weist auch die hiesige Polizei hin. Wer vor Silvester beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss laut Polizeisprecherin Melissa Oltmanns damit rechnen, dass die Raketen und Böller beschlagnahmt werden. Zudem drohen, je nach Vergehen, ein Bußgeld oder sogar eine Strafanzeige. Die Polizei warnt zudem vor dem Kauf und dem Gebrauch illegaler Feuerwerkskörper.