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Situation entspannt sich Flüchtlingsstrom nach Delmenhorst geht deutlich zurück

Von Thomas Breuer | 06.05.2016, 13:06 Uhr

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Delmenhorst hat sich seit einigen Wochen spürbar reduziert.

Seit Mitte März sind es jeweils rund 30 Zuwanderer, die der Stadt in dreiwöchigem Abstand zugewiesen werden, nachdem es zuvor noch wöchentlich bis zu 50 Personen waren. „Ob und wie lange das so bleibt, kann niemand vorhersagen“, sagt die Verwaltung zur aktuellen Entwicklung. Nicht nur Delmenhorst, sondern auch viele andere Städte spüren die Entlastung bei der Verpflichtung zur Unterbringung, seit die Balkanroute geschlossen wurde. Im vergangenen Oktober noch waren die Herausforderungen extrem groß, als binnen einiger Tage gleich 200 Frauen, Männer und Kinder in der Stadt angekommen waren.

Nur noch zwei Sporthallen als Notunterkünfte genutzt

Als Folge der sich entspannenden Situation sollen die vier für Flüchtlinge hergerichteten Sporthallen im Stadtgebiet laut Verwaltung „so schnell wie möglich“ wieder für den Sport zur Verfügung stehen. „Ein konkreter Termin kann augenblicklich jedoch nicht genannt werden, da die weitere Entwicklung der Flüchtlingssituation nicht abzusehen ist“, teilte Stadtsprecher Timo Frers auf Nachfrage mit.

Derzeit werden noch die Hallen am Stubbenweg und an der Weverstraße als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt . Die weiteren in Anspruch genommenen Hallen an der Lessingstraße und an der Holbeinstraße sind momentan zwar nicht belegt, aber noch so hergerichtet, dass dort jederzeit wieder Flüchtlinge einziehen könnten.

Auch Ganderkesee hatte kürzlich angekündigt, die Mobilbauhalle in Bookholzberg bis Ende Mai aufzugeben. Die Mobilbauhalle im Stadion am Habbrügger Weg, hieß es, könnte demnächst ebenfalls nicht mehr benötigt werden.

1300 Flüchtlinge in Delmenhorst beherbergt

Insgesamt beherbergt Delmenhorst derzeit rund 1300 aus ihren Heimatländern geflüchtete Menschen, wie aus einer Aufstellung der Behörden hervorgeht. Grundsätzlich ist die Verwaltung bestrebt, die schutzbefohlenen Menschen nicht in Notunterkünften einzuquartieren, sondern ihnen Wohnungen zur Verfügung zu stellen oder aber Einzelunterbringungen in ehemaligen Kasernengebäuden in Adelheide zu veranlassen. Nur Zugewanderte, deren Asylverfahren positiv beschieden wurden, können sich selbstständig auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen und Wohnraum anmieten.