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Slattery’s-Wirtin will kürzertreten Ungewisse Zukunft für Irish Pub in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 27.04.2017, 10:41 Uhr

„Slattery’s“-Wirtin Angela Rittweger will Ende laufenden Jahres kürzertreten und ihren Pachtvertrag auslaufen lassen. Das Ende einer Gastronomie-Ära?

Die letzte Runde Guinness ist noch nicht eingeläutet, aber ihren Stammgästen und -musikern hat Angela Rittweger es bereits angedeutet: Ende des laufenden Jahres könnte Feierabend sein im Irish Pub „Slattery’s“ an der Stedinger Straße. Die 59-jährige Ur-Delmenhorsterin, die das Lokal im zehnten Jahr führt, will kürzertreten und hat auch ihrem Vermieter Willehad Wedekind mitgeteilt, dass sie keinen neuen langjährigen Pachtvertrag abschließen wird.

2007 aus der „Zille“ in das Pub gewechselt

Vor ihrem Wechsel in den Pub war Rittweger – für ihre Gäste die „Gela“ – 13 Jahre lang Betreiberin der „Zille“ an der Langen Straße. Eine Wirtin mit Leib und Seele also, der es folglich nicht egal ist, was aus Delmenhorsts einzigem Irish Pub wird. „Wir haben bei uns die jüngeren und die älteren Leute“, sagt sie. „Und außerdem gibt es ja kaum noch richtige Kneipen, wo man am Tresen klönen kann.“

Aber so wie sie das macht, mit dem Sonntag als einzigem Ruhetag in der Woche, ist das Geschäft eben mitunter anstrengend. Und verlässliche Aushilfen zu finden, die längere Zeit zur Stange halten, ist laut Rittweger auch nicht immer einfach. Zumal ihr Sohn Marten jetzt mit seinem Studium fertig ist und künftig nicht mehr regelmäßig hinterm Tresen stehen wird.

Als „Harmonie“ noch vielen Delmenhorstern ein Begriff

Die Wirtin wünscht sich, dass die Kneipenkultur im „Slattery’s“ zum Jahresende nicht sang- und klanglos endet. Das Pub gibt es dort seit 1994, zuvor war das Haus als „Harmonie“ in ganz Delmenhorst ein Begriff. Wedekinds Schwiegervater Stanislaus Hyla hat es 1936 erworben. Zuvor war es im Besitz der Nordwollkämmerei und Kammgarnspinnerei (NWK) mit Kommerzialrat Carl Lahusen als jährlichem Antragsteller für die Konzession.

Ein kleines Hintertürchen hält sie sich offen

So viel Tradition darf nicht enden, findet Angela Rittweger. Sollte sich kein Nachfolger finden, könnte sie sich auch einen sanften Übergang auf die andere Seite des Tresens vorstellen: „Ich könnte vielleicht mittwochs bis samstags noch weitermachen, aber auf keinen Fall mit einem so langfristigen Pachtvertrag.“