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So macht Radfahren doppelt Spaß E-Bike-Station der Stadtwerkegruppe im Selbstversuch

Von Marco Julius | 25.07.2016, 10:17 Uhr

Unterwegs auf dem E-Bike: Ist das nicht nur etwas für Senioren? Der dk-Reporter lässt es auf den Versuch ankommen – und entdeckt den permanenten Rückenwind.

Ja, gut, sicherlich: Der Dwoberg in Delmenhorst ist nicht der Alpe d’Huez. Aber er bietet den Flachlandtirolern doch eine Steigung an, die beim Radfahren in die Beine geht. Der Reporter aber fliegt den Dwoberg geradezu hinauf. Im rhythmischen Tritt, ganz ohne Schweißperlen, ganz ohne Quälerei. Locker zieht er an einer Gruppe von rotgesichtigen Kindern vorbei, bei denen es nicht ganz so rund läuft. Aber der Reporter schummelt ein wenig: Er ist auf einem E-Bike unterwegs, das man sich an der E-Bike-Station der Stadtwerkegruppe vor der Grafttherme ausleihen kann.

Permanter Rückenwind

E-Bike, hat der Reporter zuvor gedacht, das ist doch was für Senioren und nichts für radelnde Reporter im besten Mannesalter. Ein E-Bike braucht der Reporter nicht. Doch jetzt, auf dem Dwoberg, macht das Fahren derart Spaß, dass auch 43-jährige Reporter zum Kind werden. Das Fahren fühlt sich an, als wenn der Vater seinem Nachwuchs permanent Anschwung gibt, eine starke Hand im Rücken, die einen nach vorne schiebt. Oder wie ein ständiger Rückenwind, der das Rad beflügelt. Treten muss der Reporter schon, aber es fällt um ein vielfaches leichter, wenn das E-Bike jeden Tritt unterstützt.

Mit Tempo über den Hohenborn

Eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern: kein Problem. Auf dem Hohenborn mal richtig in die Pedale steigen: Tempo 33 zeigt das Tachometer. Schneller als die Polizei erlaubt. Aus der Puste kommt der Reporter dennoch nicht. Die Geschwindigkeit hat aber auch ihre Tücken. Es dauert eine Weile, bis man das Gefühl für das richtige Tempo in den Kurven heraushat. Wenn Geschwindigkeit so leicht zu erreichen ist, neigt man zur Übertreibung. Ebenfalls wichtig: Die Aufmerksamkeit im Verkehr muss hoch bleiben. Nicht nur der E-Bike-Fahrer unterschätzt sein Tempo. Auch andere Verkehrsteilnehmer erkennen oft nicht, wie schnell der E-Bike-Fahrer unterwegs ist, kommt er doch ganz leise angesaust.

Der klimaneutrale Fahrspaß wiegt aber vieles auf. Als E-Bike-Fahrer kann man getrost längere Strecken in Angriff nehmen. Yasemin Kabausagi, Mitarbeiterin der Stadtwerkegruppe, die den Reporter ins E-Bike-Fahren eingewiesen hat, hat sich selbst auch ein E-Bike zugelegt – und fährt damit oft von Delmenhorst bis an die Schlachte in Bremen.

Kostenlos auftanken

Das E-Bike, das dank eines Elektromotors, einer Batterie und einer Steuereinheit das herkömmliche Radfahren durch zusätzliche Unterstützung vereinfacht, ist ideal für Pendler, für Ausflügler, für Senioren. Macht aber in jedem Fall Spaß, sagt sich der Reporter. Die E-Bike-Station der Stadtwerkegruppe ist der ideale Einstieg. Ausbaufähige 30 Mal sind die Räder verliehen worden, seitdem die Station im November 2015 eröffnet wurde. „Wir möchten mit der Ladestation einen Service anbieten und keine Rendite erzielen. Es ist auch möglich, an der Ladestation das eigene Bike kostenlos mit Öko-Strom aufzuladen“, sagt Britta Fengler, Sprecherin der Stadtwerkegruppe. Der Reporter jedenfalls steht schon unter Strom. Er hat den Dwoberg souverän gemeistert.