Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Sommer 2015 Delmenhorster stöhnen unter der Hitze

Von Frederik Grabbe | 02.07.2015, 17:09 Uhr

Auf 34 Grad ist das Thermometer geklettert. In der Sonne ist es brütend heiß. Aber arbeiten müssen die Delmenhorster trotzdem. Bei aller Hitze - und auch bei Kälte.

Es ist ein Aufeinandertreffen der Extreme: Während in der Stadt unter der sengenden Sonne die Eiscafés rappelvoll gefüllt sind und Temperaturanzeige 34 Grad anzeigt, ist es bei Heimfrost eiskalt. Dieser Tage wird das Zentrallager des Tiefkühlhändlers, wo palettenweise Eis, Grillfleisch, Gemüse, Fisch und vieles mehr verladen wird, der kälteste Ort in Delmenhorst sein. Bei minus 23 Grad arbeiten hier Lageristen in dicken Thermoanzügen, Handschuhen und Wollmützen. Die Kälte schlägt einem entgegen, ist zuerst angenehm frisch – und dann doch beißend kalt. „Es ist schon ein extremer Temperaturunterschied zwischen Kühllager und Außenbereich. Im Hochsommer kann der bis zu 50 Grad betragen“, sagt Juri Wedler, Teamleiter für Warenwirtschaft.

Eis im Kühllager, brutzelnder Fleischgrill

Das andere Extrem ist der Job am Döner-Grill: Yusuf Argundogan (26) und Olcay Barlasceke (28) schneiden im Elvan-Grill im Delmenhorster Bahnhof sechs Stunden am Tag Dönerfleisch vom Spieß und verkaufen die gefüllten Teigtaschen an die Kundschaft. „Wir haben die Schichten schon enger getaktet, damit das Arbeiten nicht so belastend für die Mitarbeiter ist“, sagt Barlasceke. Vor dem Grill herrschen bei diesem Wetter 40 bis 50 Grad. Barlasceke: „Da hilft nur viel trinken – und ab und an vor die Tür gehen.“

32.000 Liter Wasser am Tag

Einen anderen Knochenjob verrichtet Nadine Westkamp. Die 23-jährige Gärtnerin arbeitet bei der Gärtnerei Bremermann an der Wildeshauser Landstraße. Ihr Job von 8 bis 17 Uhr ist dieser Tage: Gießen. Und nichts anderes. „Normalerweise reicht es, wenn die Pflanzen alle zwei Tage gewässert werden.“, sagt sie. Außen ist es im Wind ja zwischenzeitlich auszuhalten. Im Gewächshaus jedoch herrschen zwischen 40 und 50 Grad – und eine Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent. Die stammt, so sagt Westkamp, vom Gießen der Pflanzen. Laut Inhaber Peter Bremermann werden aktuell 32.000 Liter Wasser verbraucht. Das ist dreimal so viel Wasser wie sonst. „Die Hitze an sich ist gar nicht so sehr das Problem. Erst durch den Wind verlieren die Pflanzen Feuchtigkeit. Darum brauchen sie so viel Wasser.“

Auch Hunde planschen gerne

Im Tierschutzhof wurden Strandmuscheln mit Wasser befüllt, damit auf der Spielwiese die drei Hunde, die der Hof aktuell aufgenommen hat, Erfrischung finden. Jack, der Terrier buddelt beherzt in einem Maulwurfshügel, ehe er ins seichte Wasser hüpft. „Wir haben für die Katzen die Fenster mit Decken verhangen, um sie so vor der Hitze zu schützen“, sagt Tierschutzhof-Mitarbeiter Markus Mahlstedt, der selbst auf der sonnenüberfluteten Wiese nicht schlecht schwitzt. „Wenn es noch heißer wird, holen wir für die Katzen die Ventilatoren raus.“

Froh kann der sein, der ohne Knochenjob ist

Froh kann der sein, der nicht einen der hier aufgeführten Jobs hat. Oder in der Pause einfach mal in die Innenstadt huschen kann. Im Eiscafé Palazzo sitzen Abiturienten des Max-Planck-Gymnasiums und lassen sich Fruchteis mit allerhand Ananas schmecken. Halit Müstak vom Eiscafé sagt zu dem vermeintlichen Traumwetter bezüglich seines Geschäftes Folgendes: „Eigentlich ist es zu warm. Richtig voll wird es erst ab 17 Uhr, wenn es wieder ein wenig kühler ist.“

An der Delme lässt es sich aushalten

Das Ehepaar Maren und Bahadir Cahmakli hat es sich mit Eiswaffeln an den Delmeterassen gemütlich gemacht. Neben Sprechrohr und Staudenbeet genießen sie die Eisfrische und die vergleichsweise kühle Luft an der Delme. Ihre Gesichtsausdrücke sprechen Bände: „Hier lässt es sich aushalten.“

 Weiterlesen: Badeseen und Freibäder rund um Delmenhorst und Ganderkesee.