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Sommerfest und 40. Geburtstag Gezielte Förderung für Delmenhorster Familien

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 09.06.2016, 08:38 Uhr

1976 als Einrichtung mit Modellcharakter gegründet, ist die Heilpädagogische Tagesstätte an der Wilhelm-Raabe-Straße in Delmenhorst heute fester Bestandteil der Jugendhilfe. Das Sommerfest am 17. Juni steht im Zeichen des 40-jährigen Bestehens.

Die Problemlagen sind komplexer als noch vor 40 Jahren, das Ziel hingegen ist unverändert: „Mit der heilpädagogischen Förderung wollen wir Familien stärken und ihnen helfen, Probleme zu überwinden“, sagt Jan Dirk Austermann. Er ist Leiter der Heilpädagogischen Tagesstätte Delmenhorst/Ganderkesee an der Wilhelm-Raabe-Straße 7. In diesem Jahr feiert die Einrichtung des Bezirksverbandes Weser-Ems in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ihr 40-jähriges Bestehen.

Wichtiger Eckpfeiler in der Jugendhilfe

Anlässlich des Sommerfestes am 17. Juni soll daher auch Rückschau gehalten werden auf vier Jahrzehnte kompetente und erfolgreiche Hilfe für Kinder und Familien. 1976 quasi als Bindeglied zwischen der ambulanten Pflege und der Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien landesweit als eine der ersten derartigen Einrichtungen ins Leben gerufen, ist die Heilpädagogische Tagesstätte mittlerweile fester Bestandteil und wichtiger Eckpfeiler in der Jugendhilfelandschaft.

Verlagerte Tätigkeitsschwerpunkte

Aktuell werden 40 Mädchen, darunter acht in der Außenstelle in Ganderkesee, von einem rund 30-köpfigen Team heilpädagogisch und therapeutisch betreut und gefördert. „Dank der Interdisziplinarität können die Kinder in verschiedenen Problemlagen in enger Zusammenarbeit mit den Eltern individuell begleitet werden“, berichtet der Einrichtungsleiter. Dabei habe sich der Tätigkeitsschwerpunkt in den zurückliegenden 40 Jahren nicht nur stetig verlagert, sondern auch erheblich erweitert.

Schwierige Familienstrukturen

Galt es 1976 noch vorrangig Kinder mit Lernbeeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefiziten zu fördern, so spiegelten die betreuten Kinder heute als sogenannte Symptomträger in erster Line schwierige Familienstrukturen wider. „Die Zahl der Alleinerziehenden steigt ständig an, Großfamilien sind eher die Ausnahme“, berichtet Austermann. Daher sei die Begleitung der Eltern ein wichtiger Ansatzpunkt für die Arbeit des Tagesstättenteams, denn „um es Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf, besagt schon ein afrikanisches Sprichwort“, so der Einrichtungsleiter.

Sommerfest mit buntem Programm

Wie sich die Arbeit für das Team in den zurückliegenden 40 Jahren verändert hat, ist auch Thema auf dem Sommerfest, das Mitarbeiter, Kinder und deren Eltern sowie Freunde und Förderer der Einrichtung an der Wilhelm-Raabe-Straße 7 am Freitag, 17. Juni, zwischen 14 und 17 Uhr feiern. Gleichwohl sollen Spiele und Spaß an diesem Tag nicht zu kurz kommen. So stehen Kinderschminken, Vorführungen, Wasserspiele, Schubkarrenrennen und das Anfertigen von Tattoos auf dem Programm. Und da Feiern bekanntlich hungrig macht, ist auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.