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Sozialarbeit im Wohnquartier Im Delmenhorster Wollepark viel erreicht

Von Thomas Breuer | 27.10.2015, 21:05 Uhr

Die Präsentation „15 Jahre Soziale Stadt im Wollepark“ macht erstmals im Stadtzentrum Station. Sie zeugt von vielen gewachsenen Projekten.

Sie wissen selbstbewusst um die Qualität ihrer Arbeit, müssen sich aber eingestehen, dass Quartiersmanagement und Gemeinwesenarbeit im Wollepark inzwischen häufiger an Grenzen stoßen. „Obwohl wir niederschwellige Angebote machen wollen, müssen Bewohner bei uns schon mal zwei Wochen auf einen Termin warten“, sagt die Sozialarbeiterin Kira Dartsch. Es gebe einfach zu viele Anliegen und der Bedarf an zeitaufwenigen Beratungen sei groß, so die 28-Jährige, die seit Anfang 2011 im Wohnquartier Wollepark tätig ist.

Fahrradwerkstatt und muttersprachliche Betreuung

Ihre Kollegin Wiebke Machel (29), seit Anfang 2014 dabei, bestätigt das – und dennoch sind die beiden Frauen voller Genugtuung über das im Quartier Erreichte. Sei es die inzwischen von fünf ehrenamtlichen betreute Fahrradwerkstatt oder die muttersprachliche Beratung osteuropäischer Zuwanderer – mit ihren beiden Kolleginen und einer Verwaltungskraft können sie ein überzeugendes Zwischenfazit nach 15 Jahren sozialer Arbeit im Wollepark ziehen.

Inzwischen 1600 Menschen im Quartier

Davon künden auch zehn Stelltafeln einer anlässlich des halbrunden Geburtstages entstandenen Ausstellung. Sie ist seit Dienstag erstmals außerhalb des Wolleparks zu sehen, bis zum 10. November zu den gängigen Öffnungszeiten in der Landesparkasse zu Oldenburg (LzO) an der Bahnhofstraße. Seit den Anfängen der Sozialarbeit im Quartier ist nicht nur aus dem Nachbarschaftsbüro ein Nachbarschaftzentrum geworden, auch viele andere Projekte sind gewachsen. Und die Zahl der Menschen im Quartier hat sich laut Machel auf 1600 erhöht. Noch 2014 seien es einige hundert weniger gewesen.

Den geplanten Abriss der Wohnblöcke Am Wollepark 1-5 befürworten Machel und Dartsch. Da könne niemand mehr drin wohnen, „und die Instandsetzung wäre teurer als ein Neubau“.

Unsicherheit auch bei den Sozialarbeiterinnen

Ob die bis 2017 bewilligte Projektarbeit fortgesetzt werden kann, steht in den Sternen. Mit Unsicherheit müssen auch die Sozialarbeiterinnen selbst leben. Sie hangeln sich von Jahresvertrag zu Jahresvertrag. Das sei so, sagen sie, aber es sei gewiss nicht schön.