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SPD Delmenhorst Thema Flüchtlinge dominiert beim Neujahrsempfang

Von Marco Julius | 06.02.2016, 09:12 Uhr

Der Neujahrsempfang der Delmenhorster SPD stand am Freitagabend ganz im Zeichen der Flüchtlingssituation. Hauptredner Rudolf Mattern legte ein „Bekenntnis zum Gutmenschentum“ ab.

Es ist nicht ganz ohne Witz gewesen, dass ausgerechnet Rudolf Mattern, Fachbereichsleiter Jugend, Familie, Senioren uns Soziales, als Hauptredner zum Neujahrsempfang der Delmenhorster SPD geladen war. War es doch gerade Mattern, der nur zwei Tage zuvor mit Teilen der Genossen aneinandergeraten war in der Debatte um die Verträge für die Flüchtlingsbetreuung mit der AWO (dk berichtete). Doch dieses Thema blieb an diesem Abend im Hotel Gut Hasport eher eines am Rande. Und so stellte sich der vermeintliche Buhmann den „lieben Genossinnen und Genossen“ mit den Worten vor: „Ich bin der Rudi – und ich bin Gutmensch!“ Damit gab der Beamte seiner Rede, in der er die Situation der Flüchtlinge in Delmenhorst sehr persönlich schilderte, schon gleich zu Beginn eine Richtung vor. Mit Stolz wolle er sein „Bekenntnis zum Gutmenschentum“ ablegen. Er legte dar, wie aus Merkels „Wir schaffen das“ ein „Wir machen das“ vor Ort geworden sei.

Dank an die vielen Helfer

Mattern verschwieg dabei nicht, dass das Aufnehmen, Versorgen und Betreuen der Flüchtlinge eine Herausforderung war und ist. Er zeigte aber auch auf, wie gut diese Herausforderung bisher in Delmenhorst – im Zusammenspiel aller haupt- und ehrenamtlichen Helfer – gemeistert wurde. Gerade die Amtshilfe, die die Stadt für das Land habe leisten müssen, sei mit Schwierigkeiten verbunden gewesen. Mattern berichtete von einer Nacht, als 100 Flüchtlinge in zwei Bussen um 2 Uhr in Delmenhorst angekommen seien. „Ein vier Tage alter Säugling war darunter. Und ein junger Mann, in seiner Heimat verwundet, im Rollstuhl und mit Katheder. Immer wieder mussten wir improvisieren.“ Mattern bat die rund 120 Gäste des Neujahrsempfangs wiederholt um Applaus für die vielen Helfer, die aus dem Ankommen der Flüchtlinge ein Willkommen gemacht hätten. Er forderte eindringlich dazu auf, auf die Flüchtlinge zuzugehen, den Kontakt zu suchen, sie bei der Integration zu begleiten. Den Kritikern gab er eine Frage mit auf den Weg: „Welche Einschränkungen haben Sie ganz persönlich bisher durch den Zuzug der Flüchtlinge gehabt?“ Die Antwort gab er auch. „Bis auf das eingeschränkte Sportangebot, weil Turnhallen als Unterkünfte genutzt werden: keine.“

Die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag hat in ihrem Grußwort einen globaleren Blick auf die Flüchtlingskrise geworfen. Sie riet dazu, die Nerven zu bewahren. Es sei vieles angeschoben worden, was bald greifen werde.

Oberbürgermeister Axel Jahnz sprach in seinem Grußwort von „den Erfolgen der Stadt“ im Jahr 2015 und nannte dabei unter anderem die Krankenhaus-Fusion. Sein Fazit: „Diese Stadt kann was.“

Blick auf Kommunalwahl 2016

Die Unterbezirksvorsitzende Gabi Baumgart sagte zu Beginn des Kommunalwahljahrs, die SPD wolle wieder stärkste Fraktion im Stadtrat werden, als eine Partei zum Anfassen und Ansprechen, als eine Partei, die das Sozialdemokratische betone.