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Sportbund wirbt für Auszeichnung Sportabzeichen in Delmenhorst – zu wenige machen mit

Von Marco Julius | 27.04.2015, 14:26 Uhr

Der Stadtsportbund (SSB) kritisiert Schulen und Vereine. Er sieht die Bedeutung des Sportabzeichens schwinden.

Das Deutsche Sportabzeichen hat eine lange Geschichte, die Anfänge gehen zurück bis ins Jahr 1912. Im Bereich des Stadtsportbundes (SSB) Delmenhorst hat die Bedeutung allerdings zuletzt abgenommen. Dabei sind 2014 657 Abzeichen verliehen worden. „Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Anstieg“, erläutert Richard Schmid, beim SSB für Breitensport zuständig. 2013 waren es lediglich 501. Der Anstieg sei vor allem bei Schulen festzustellen. 2013 wurden in Schulen nur noch 262 Abzeichen verliehen, im vergangenen Jahr waren es dann 400.

Nur sechs Schulen dabei

Aber Schmid sieht nicht nur Grund zur Freude. „Es haben sich wiederum nur sechs Schulen beteiligt. 2012 waren es noch zehn. Das ist bei aller Freude über den Zuwachs doch schon ein wenig enttäuschend, sind doch gerade die Schulen ein wichtiger Träger des Breitensports“, konstatiert Schmid.

Schulen verschenken Geld

Schmid kritisierte zudem, dass durch die Nichtbeteiligung viele Schulen Geld verschenken würden. So gebe es beim vom Landessportbund und durch externe Einrichtungen gesponserten Sportabzeichen-Wettbewerb finanzielle Mittel, die Schulen zur Anschaffung von Sportgeräten nutzen könnten. „Zwar sind hiermit keine gewaltigen Investitionen möglich, aber in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist das doch mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein““, sagt Schmid.

Vereine bekleckern sich nicht mit Ruhm

Aber auch die Vereine haben sich laut Schmid nicht mit Ruhm bekleckert: „Wir haben in Delmenhorst 61 Sportvereine mit über 16.000 Mitgliedern, aber lediglich in sieben Vereinen ist das Breitensportabzeichen an 172 Aktive verliehen worden. Nicht gerade eine berauschende Zahl.“