Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Sprachförderung in Kitas Ausfälle gerade in Delmenhorst ein Problem

Meinung – Sonia Voigt | 04.07.2018, 11:15 Uhr

Kita-Erzieher statt Lehrer übernehmen in Delmenhorst wie in ganz Niedersachsen ab August die Sprachförderung im letzten Kindergartenjahr. Die kurzfristige Änderung macht der Stadt Probleme.

Die Sprachförderung speziell qualifizierten Erziehern anzuvertrauen, die zudem Erfahrung in der Arbeit mit Vorschulkindern mitbringen, macht Sinn. Gut auch, dass jetzt ein angemessener finanzieller Ausgleich dafür geschaffen ist. Aber die Art, wie die Landesregierung die Kommunen mit den Neuerungen überfährt, geht zulasten der Kinder.

Nur sechs Wochen für Fachkräfte-Suche

Im Mitte Januar vorgelegten Entwurf für ein verändertes Schulgesetz war erstmals die Rede davon, die vorschulische Sprachförderung von den Lehrern auf die Kita-Erzieher zu verlagern. Erst seit der Niedersächsische Landtag das neue Kita-Gesetz am 20. Juni beschlossen hat, haben Delmenhorst und andere Kommunen Planungssicherheit. Sechs Wochen blieben bis zum Start ins Kita-Jahr am 1. August – so schnell Sprachförderkräfte zu finden, dürfte in Zeiten des Fachkräftemangels in Delmenhorst wie im Landkreis Oldenburg ein Ding der Unmöglichkeit sein. Ausfälle bei der Sprachförderung für Vorschüler sind da programmiert.

Erschwerter Schulstart

Das ist gerade für eine Stadt wie Delmenhorst, wo fast ein Drittel der Kindergartenkinder nicht deutschsprachig aufwächst, ein Problem. Denn die fehlende Hilfe wird einem ganzen Jahrgang den Schulstart erschweren, vor allem den Kindern mit Deutschdefiziten, aber auch denen, die mit ihnen lernen.