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St. Josef-Stift hält größeren Anteil Krankenhäuser in Delmenhorst unter einem Dach

Von Jan Eric Fiedler | 04.01.2015, 21:00 Uhr

Die beiden Delmenhorster Krankenhäuser sind zusammengewachsen. Seit dem 1. Januar sind sie Teil der gemeinsamen Holding Stadtklinikum St. Josef

Von der ursprünglichen Planung, dass beide Krankenhäuser in gleichen Teilen an der Holding beteiligt sind, musste allerdings Abstand genommen werden: Die Werte der beiden Krankenhäuser unterscheiden sich grundlegend voneinander. So hält das St. Josef-Stift an der neuen Holding einen Anteil von 90 Prozent, das Klinikum lediglich 10 Prozent.

Dem eigentlich als „kleines Krankenhaus“ bekannten St. Josef-Stift ist durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein deutlich höherer Wert zugeschrieben worden als dem Klinikum. Dies liegt zum einem an der Verschuldung des Klinikums: Aktuell betragen die Schulen des Klinikums 8,7 Millionen Euro. Erst in der Ratssitzung, in der die Fusion beschlossen wurde, wurde ein Zuschuss von 1,3 Millionen Euro gewährt. Um die in den Fusionsverhandlungen vereinbarte Maximalverschuldung von 7,7 Millionen Euro zu erreichen, muss die Stadt bis Sommer eine weitere Million bereitstellen. Zum anderen liegt die Bewertung an dem Zustand der Häuser: Während am St. Josef-Stift in den vergangenen Jahren investiert wurde, unter anderem in einen neuen OP-Trakt, leidet das Klinikum unter einem deutlichen Investitionsstau.

In der Besetzung der Gremien des Stadtklinikums St. Josef Delmenhorst wird der Unterschied der Anteile nicht ganz so deutlich. Geschäftsführer sind die bisherigen Geschäftsführer Thomas Breidenbach, St. Josef-Stift, und Sonja G. Drumm, Klinikum. Die Gesellschafterversammlung besteht je aus drei Vertretern der Stadt Delmenhorst und des St. Josef-Stifts. Im Aufsichtsrat ist das Stift mit sechs Mitgliedern vertreten, die Stadt als Gesellschafter des Klinikums mit drei Mitgliedern.

Langfristig ist geplant, dass die beiden Krankenhäuser nicht nur wirtschaftliche zusammengeführt werden, sondern auch einen gemeinsamen Standort erhalten. Wo dieser sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Eine Arbeitsgruppe soll ihn nach Kriterien der Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit sowie nach den vom Land Niedersachsen für die Förderung eines Krankenhausneubaus vorgegebenen Kriterien prüfen.

Das Land hatte bereits im vergangenen Jahr für den Fall einer Fusion und dem räumlichen Zusammenschluss der Krankenhäuser umfangreiche finanzielle Mittel für einen Neubau in Aussicht gestellt. Im Raum stand eine Summe von bis zu 50 Millionen Euro.