Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

St. Mariengemeinde Delmenhorst Kirchengemeinde mit neuer Offenheit

Von Frederik Grabbe | 25.01.2015, 17:04 Uhr

Mehr Kontakt zu den Menschen, eine größere Willkommenskultur für neue Gemeindemitglieder, Gottesdienste außerhalb der Kirche: Dies sind die Ziele der St. Mariengemeinde fürs neue Jahr.

Die Menschen, die vor dem Neujahrsempfang aus der Kirche traten, werden es bemerkt haben: Gemeindemitglieder luden sie mit einem Marienkäfer besetzten, grünen Papp-Kleeblatt zum Empfang ins Gemeindehaus ein. Die freundliche Geste ist unter anderem Folge des Pastoralplans 2014, auf den zurückgeblickt wurde. Beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinde St. Marien ist die Offenheit gegenüber den Gläubigen in den Vordergrund gerückt worden. Auch strukturell hat sich etwas geändert.

„Wir wollen aktiver auf die Menschen zugehen, einladender sein und eine mögliche, vorherige Anonymität aufheben. Viele Leute wissen ja vielleicht auch nicht, welche Angebote wir in unserer Gemeinde haben“, beschrieb der Gemeindeausschussvorsitzende Ralf Gerlach. Die neue Art der Offenheit betrifft auch Andachten: So waren etwa der Marktplatz, die Turbinenhalle, ein Bauernhof im Rahmen einer Ferienfreizeit und der Friedhof an der Oldenburger Straße am Heiligmorgen im vergangenen Jahr Orte für Andachten außerhalb der Kirche. „Wir gehen dahin, wo die Leute sind. Wir können nicht immer darauf warten, dass sie sonntags um 10 Uhr in die Kirche kommen“, sagte Pastoralreferentin Sabine Ciomber-Günther. Sie und Gerlach hoben unter anderem das Gemeindefest, den „School’s Out“-Gottesdienst zur Verabschiedung von Schulabgängern, das Zeltlager in Farven und die Romfahrt in den Sommerferien als Höhepunkte im Jahr 2014 hervor.

„Im neuen Jahr müssen wir allerdings einiges an Arbeit leisten“, sagte Pfarrer Hubert von der Heide, der am 5. Januar zum Pfarrverwalter der Kirchengemeinde St. Christophorus ernannt wurde – die nun sechste katholische Teilgemeinde innerhalb der Pfarrei. „Gerade der Kirchenausschuss wird in Sachen Verwaltung gefragt sein“, so der Pfarrer.

Von der Heide gab einen Ausblick auf die „Woche des Lebens“ (18. bis 25. April, Markthalle), die mit dem Arbeitskreis Christlicher Kirchen ausgerichtet wird und kam so auf den Krankenpfleger Niels H. zu sprechen. „Er hat nicht gepflegt, er hat Menschen in den Tod befördert. Auf die Stadt wird sich der Fall enorm negativ auswirken.“ Die Woche trage das Motto „In Würde sterben“. Von der Heide: „Als Christen wollen wir so einen Gegenpol setzen.“