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Stadt Delmenhorst erfolglos Edewechter Firma ersteigert Block im Wollepark

Von Jan Eric Fiedler | 01.12.2015, 12:30 Uhr

Die Edewechter Stahl- und Beton Bau Sujic GmbH hat am Dienstagvormittag den Wollepark-Block an der Westfalenstraße 8 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Auch die Stadt hatte bis zum Ende mitgeboten, geht aber leer aus.

200.000 Euro zahlt das Unternehmen Edewechter Stahl und Beton Bau Suljic GmbH (ESB Bau) für den seit Jahren leerstehenden Wohnkomplex an der Westfalenstraße 8. Bei der gestrigen Zwangsversteigerung im Amtsgericht an der Cramerstraße hatte sich die Firma gegen die Stadt Delmenhorst durchgesetzt, die die Immobilie ebenfalls erstehen wollte . Der Verkehrswert war mit 110.000 Euro angegeben. Axel Langnau, Geschäftsführer der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, hatte zuletzt 155.000 Euro geboten. Nach dem Gebot von Amir Suljic, Geschäftsführer von ESB Bau, über 200.000 Euro stieg er aus.

Noch keine Pläne genannt

Welche Pläne die ESB Bau mit dem 2444 Quadratmeter großen Grundstück hat, wollte Geschäftsführer Suljic nach der Versteigerung noch nicht verraten. „Erst einmal wird es abgerissen. Es wird etwas passieren“, sagte er lediglich. Sein Unternehmen bietet Produkte wie Fertigteile für Industrie- und Wohnungsbau, aber auch für Sportstätten und Infrastrukturbauten wie Brücken oder Rückhaltebecken an.

Immobilie muss abgerissen werden

Eine Sanierung der Immobilie ist nicht möglich: Die Stadt hatte bereits 2012 eine Abrissverfügung durchgesetzt. Nachdem die ehemalige Besitzergesellschaft zunächst diese über mehrere Instanzen angefochten hatte, wurde sie im September schließlich akzeptiert, wie bei der Versteigerung berichtet wurde. Nach dieser Erklärung hatte ein Großteil der Interessenten – rund 30 Personen waren zum Versteigerungstermin gekommen – den Saal wieder verlassen. Sie hatten auf eine Sanierung des Gebäudes mit 122 Wohnungen spekuliert. „Zu teuer für Baugrund“, lautete ein Kommentar.

Langnau: „Für uns kein Beinbruch“

Dass es Interessenten für eine Sanierung gab, berichtete auch Langnau nach der Versteigerung. Es habe im Vorfeld Anfragen bei der Stadt und auch beim Gericht gegeben. ESB Bau müsse den Abriss nun auf eigene Kosten in Angriff nehmen. „Alles gut“, kommentierte Langnau den Ausgang der Versteigerung knapp. „Das ist für uns kein Beinbruch.“

Stadt investiert massiv in den Wollepark

Die Stadt war in diesem Jahr verstärkt im Wollepark aktiv geworden und hatte im Sommer die Häuser Am Wollepark 1 bis 5 sowie das dazugehörige Parkhaus ebenfalls bei einer Zwangsversteigerung erstanden. Derzeit wird dort der Abbruch vorbereitet . Die Kosten dafür sollen 1,3 Millionen Euro betragen, wobei zwei Drittel durch Fördermaßnahmen des Landes übernommen werden. Im städtischen Haushalt für das kommende Jahr sind knapp 3,8 Millionen Euro für den Erwerb von Gebäuden im Wollepark vorgesehen. 2,5 Millionen davon stammen aus dem Fördertopf des Projektes „Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt“.