Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Stadt kauft erneut zwei Wohnblöcke Delmenhorst schwingt wieder Abrissbirne im Wollepark

Von Michael Korn | 17.01.2019, 17:34 Uhr

Die Stadt Delmenhorst kauft zwei weitere Wohnblöcke im Problemquartier Wollepark auf – nicht um sie zu sanieren, sondern um sie plattzumachen. Das haben die Ratsparteien am 16. November 2018 beschlossen.

Mehr als 140 weitere Mieter müssen sich auf einen Zwangsauszug aus ihren Wohnungen im Delmenhorster Wollepark-Quartier einstellen: Die Stadt wird nun auch die Hochhäuser mit den Hausnummern 13 und 14 für 950000 Euro aufkaufen und abreißen. Das teilte am Donnerstag Oberbürgermeister Axel Jahnz nach einem entsprechenden Votum der Ratsspitze im Verwaltungsausschuss mit. Nach Abwicklung aller Formalitäten, der Kostenermittlung und der Auftragsvergabe sei im nächsten Jahr mit den Abbrucharbeiten zu rechnen.

Neues Vorzeigeviertel

Die Stadt geht damit konsequent ihren Weg weiter, den sozialen Brennpunkt zu entschärfen und in ein neues Vorzeigeviertel zu verwandeln. Schon jetzt hat die Stadt laut Jahnz zwei weitere marode Blöcke im Visier, um sie schlussendlich aus dem Stadtbild zu tilgen: Die geschlossenen Nummern 11 und 12, die sich im Vollstreckungsverfahren befinden. Der OB stellte fest, dass hinsichtlich des Gebäudezustands „trotz vollmundiger Ankündigungen der Hausverwaltung nichts passiert ist“ und der nunmehr dritte Winter an der Substanz nagt. Jahnz: „Wie will man die wieder bewohnbar machen?“ Vielleicht werde die Stadt ja auch hier „mal Eigentümer“, ließ er durchblicken. In jedem Fall werde es Gespräche über das weitere Vorgehen zwischen Stadt, Stadtwerken und Fachbereichen geben.

Sozialer Auszug

Für die vom bevorstehenden Abriss betroffenen Bewohner im Haus 14 (13 steht leer) kündigte Jahnz einen Auszug „unter sozialen Belangen“ an. Unter anderem werde es Gespräche mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GSG über mögliche freie Wohnungen als Alternative geben. Nach dem Abbruch der Blöcke 1 bis 5 sowie der Hochgarage entlang der Stedinger Straße und der Westfalenstraße 8 gebe es nach Beseitigung der nächsten zwei Gebäude „eine neue Achse“ hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten im Wollepark. Schon in wenigen Jahren soll nichts mehr an das alte Schmuddel-Image des Wolleparks erinnern: Danach soll sich der Wollepark in seinen südlichen Ausläufern zur Nordwollestraße hin öffnen mit einer aufgelockerten Mischung aus Wohnhäusern, Dienstleistungsbetrieben, öffentlichen Einrichtungen und neuen Parkzugängen. Wichtiger Baustein ist eine neue Kindertagesstätte. Des weiteren sollen Einzelhäuser mit mehreren Wohneinheiten und zwei bis vier Vollgeschossen sowie nicht störendes Gewerbe „gute Wohn- und Arbeitsverhältnisse“ garantieren.

Auch stabile Struktur

Jahnz bekräftigte auch, dass nicht der gesamte Wollepark als Problemviertel stigmatisiert werden dürfe. Es gebe auch Mehrparteienhäuser mit ruhiger und sozial stabiler Struktur.