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Stadt setzt Technik ab und zu ein Delmenhorster Schuldnern droht der Ventilwächter

Von Thomas Breuer | 16.10.2015, 14:42 Uhr

Laut Verwaltung hat sich das Vorgehen bewährt, um hartnäckige Zahlungsverweigerer zu erreichen. Die Technik wird an deren Fahrzeug montiert, dem dann die Luft auszugehen droht.

Wer bei der Stadt fällige Gebühren nicht entrichtet oder den öffentlich-rechtlichen Sendern seinen Rundfunkbeitrag schuldig bleibt und auch auf diverse Anschreiben nicht reagiert, dem könnte in Delmenhorst die Luft ausgehen. Genauer: dem Fahrzeug des Zahlungsmuffels. Als eines der letzten Mittel, eine Kontaktaufnahme mit den Behörden zu erzwingen, setzen die Behörden auch vor Ort auf sogenannte Ventilwächter.

„Ein mögliches Vollstreckungsmittel“

Diese werden am Reifen angebracht, ergänzt um einen deutlichen schriftlichen Hinweis am Fahrzeug. Sollte die Demontage versucht oder das Fahrzeug trotzdem in Bewegung gesetzt werden, weicht binnen kurzer Zeit die Luft aus dem Reifen.

„Die Ventilwächter sind ein mögliches Vollstreckungsmittel, das wir einsetzen, wenn säumige Schuldner allen anderen Zahlungsaufforderungen nicht nachkommen“, sagt Stadtsprecher Timo Frers. Dies betreffe dann Menschen, die entsprechende Schreiben „penetrant ignorieren und damit auch der Gesellschaft schaden“.

Das Wohnumfeld des Schuldners im Visier

Aufwendig gefahndet werde nicht nach dem Fahrzeug eines Schuldners. Städtische Mitarbeiter würden sich aber im konkreten Fall im Wohnumfeld der Person umsehen, um es aufzuspüren.

Ventilwächter sind in Delmenhorst bereits seit einigen Jahren im Einsatz, derzeit laut Frers etwa vier - bis fünfmal pro Monat. Der Erfolg spreche für sich: Säumige Zahler, die eine Vielzahl von Anschreiben ignoriert hätten, meldeten sich umgehend.

Auch in Ganderkesee ein Thema

Die Gemeinde Ganderkesee bewertet die Ventilwächter laut Sprecher Hauke Gruhn als „eine Möglichkeit, die wir uns offenhalten“. Konkreter wollte er nicht werden. Die Zahl der Amtshilfeersuchen, gerade was Rundfunkbeiträge betreffe, steige, meist helfe aber der Besuch eines Vollstreckungsbeamten. Beim Straßenverkehrsamt und Ordnungsamt des Landkreises Oldenburg sind die Ventilwächter laut Sprecher Oliver Galeotti kein Thema.