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Stadtgetümmel 2015 in Delmenhorst Weniger Besucher bei Mittelalterspektakel

Von Britta Buntemeyer | 05.07.2015, 21:00 Uhr

Erst Schweiß- dann Regentropfen: Graf Gerds Stadtgetümmel hat am Wochenende viele Wetterextreme erlebt. 8000 bis 9000 Besucher sind ins Mittelalter gereist, deutlich weniger als im Vorjahr. Der Veranstalter ist dennoch zufrieden.

Heiß, heißer, Stadtgetümmel: Graf Gerds Zeitreise ins Mittelalter war eine schweißtreibende Angelegenheit. Dabei waren viele Launen des Wetters zu spüren: Hitze, Gewitter, Regen, Sonne. Die Zahl der Besucher lag laut Axel Langnau, Chef der veranstaltenden Wirtschaftsförderungsgesellschaft, deutlich niedriger als im Vorjahr: 8000 bis 9000 waren es seiner Auskunft nach, 2014 waren es 15000.

Heißer Samstag, gewittriger Sonntag

„Der Samstag war einfach zu heiß“, so Langnau. Gegen Abend habe sich das Gelände aber gut gefüllt. Viele Besucher wollten sich vor allem die Feuershow von Flora Ignis nicht entgehen lassen. Am Sonntag folgte dann der Wettereinbruch. „Wir hatten alle Extreme. Hitze am Samstag, Gewitter und Regen am Sonntag. Es war aber trotzdem wieder ein tolles Fest und alle sind sehr zufrieden.“

Heeresschlacht wird zur Hitzeschlacht

Der Samstag machte Akteuren wie Besuchern zu schaffen. Dennoch stellten alle Beteiligten ein umfangreiches Showprogramm auf die Beine und ließen sich nicht vom Wettergott abschrecken. Auch wenn die Heeresschlacht da eher zur Hitzeschlacht wurde. „Man muss die Sachen einfach früh anziehen und dann nicht wieder ausziehen“, meinte Guido Marganus, der in voller Ritterrüstung auf bis zu vier Schichten kam. „Der Schweiß verdunstet und kühlt. So fühlt es sich zwei Grad kühler an als die Umgebung.“ So gekleidet warteten er und seine Kameraden dann aber doch lieber im Schatten, bevor es zum Kampf gegen die Wachen ging. „Danach werde ich aber sicher auch mal etwas ausziehen“, gab Marganus zu. Verübeln konnte ihm dies sicher niemand.

Steinbildhauer zum ersten Mal dabei

Steinbildhauer Harald Dahmen aus Colnrade bot verschiedene Steinmetzarbeiten an. Unter seinem Leinenkostüm kam auch er gewaltig ins Schwitzen. „Bei dem Wetter ist es aber eigentlich egal, was man anzieht.“ Der Handwerker war zum ersten Mal beim Stadtgetümmel dabei, hatte sich beworben. „Ich komme gern wieder“, erklärte er.

Große Harmonie, lauschiges Ambiente

Die Nachfrage nach Ständen sei groß, so Langnau. Man schätze das „lauschige Ambiente“ der Burginsel. Und so soll es natürlich auch am ersten Juli-Wochenende 2016 wieder mittelalterlich werden. „Das Stadtgetümmel ist eine der schönsten, wenn nicht die schönste Veranstaltung in Delmenhorst“, meint er. „Es herrscht große Harmonie, es ist sehr familiär. Das schätzen die Leute.“ Und auch der kostenlose Eintritt für Kinder ist den Veranstaltern wichtig, denn das Stadtgetümmel sei auch so etwas wie eine Lehrstunde. „Bei den Handwerksständen sehen die Kinder, wie etwas früher gemacht wurde. Sie können das Handwerk von Grund auf kennenlernen.“