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Stadtteilkonferenz Düsternort Delmenhorster ziehen seit 20 Jahren an einem Strang

Von Kai Hasse | 08.11.2017, 20:11 Uhr

Was als Aktion gegen ausufernde Kriminalität begann, ist mittlerweile ein freundschaftliches Netzwerk aus Initiativen in einem bunten Stadtteil geworden. Die Stadtteilkonferenz Düsternort feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Wenn es nach dem Vorsitzenden Ibrahim Tuner geht, kann es auch noch 30 Jahre weitergehen mit der Konferenz. Auch wenn die Kriminalität lange Geschichte ist.

Seit 20 Jahren treffen sich im Delmenhorster Stadtteil Düsternort die Mitglieder der Stadtteilkonferenz. Das hatte ursprünglich den unrühmlichen Grund, dass die Kriminalität sehr hoch war. Ende der 80er-Jahre gab es in der Stadt über 16.000 Straftaten, meist kleine Delikte. In Düsternort ahnte man das Potenzial, dem entgegenzuwirken. Denn: Hier gab es bereits eine gut vernetzte, stabile Struktur von Institutionen und Vereinen. Die kamen 1997 zusammen in der ersten Stadtteilkonferenz. So erzählt es heute Angelika van Ohlen, die damals einfaches Mitglied in dem neuen Gremium war. 2016 gab es in Delmenhorst nur noch 6641 Straftaten.

Institutionen vernetzten sich

Norbert Boese, Mitglied des heutigen Kommunalpräventiven Rates, beschreibt bei der Feier zum jetzigen 20-jährigen Bestehen, worauf es bei den vergangenen Jahren unter anderem ankam: „Wir wollten das Gemeinschaftsgefühl stärken, Teilhabe und Mitverantwortung stärken. Nach dem Motto: Dies ist unser Stadtteil.“ So habe sich ein neues Bewusstsein entwickelt, dass man an einem Strang ziehen müsse. Die Vereine vernetzten sich, berichteten von den Sorgen und halfen einander aus. „Praktischer Arm“ sei dabei das Nachbarschaftsbüro gewesen. Anregungen und Informationen aus den Vereinen und Institutionen seien besprochen worden, Stellung gegenüber der Stadt bezogen, und bei einzelnen Problemen entsprechende Angebote entwickelt worden. Beispiele sind das offene Sport-Angebot der Mitternachtshalle, um Jugendliche sich abends auspowern zu lassen, Stadtteilfeste oder das Einrichten einer Obstbaumwiese. Seit 2011 gehört die Stadtteilkonferenz dem „Breiten Bündnis gegen Rechts“ an.

Neue Themen ersetzen die Kriminalität

Derweil haben sich die aktuellen Themen mit der Zeit gewandelt. Was als Projekt gegen Kriminalität startete, ist nun breiter angelegt. Die Kriminalität ist nicht mehr der vorrangige Fokus. Themen sind nun auch die Integration der Geflüchteten, Wohnraum für kleine Haushalte oder aktuell die Problematik mit Müllhalden.

Ibrahim Tuner, der aktuelle Vorsitzende der Konferenz: „Jeder erzählt von sich. Wir versuchen, gemeinsam unsere Probleme zu lösen. Ich hoffe, dass das noch lange so bleibt, und dass wir auch noch das 50-Jährige Jubiläum feiern.“