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Geringe Resonanz bei Premiere Stadtteilschnack Deichhorst hat Luft nach oben

Von Jasmin Johannsen | 09.07.2019, 17:42 Uhr

In Düsternort und Hasport gehört er schon zu den etablierten Formaten – der Stadtteilschnack. Nun veranstaltet auch das Nachbarschaftsbüro Deichhorst regelmäßig eine Gesprächsrunde für alle Anwohner des Quartiers.

Die Premiere am Montagnachmittag verlief allerdings holprig. Zum ersten Stadtteilschnack waren nur zwei Anwohner in das neue Awo-Nachbarschaftsbüro am Wiekhorner Heuweg gekommen. Dabei hatte der Bewohnerbeirat durchaus relevante Themen für das Treffen vorbereitet.

Wohin soll das Geld gehen?

So sollte in erster Linie bestimmt werden, wie die 2500 Euro des Stadtteilfonds dem Viertel zugutekommen können. Bei der Beiratssitzung im Mai hatten sich schon einige Vorschläge ergeben, nun sollten auch die Anwohner ihre Ideen äußern. Neben dem Verleih von Spielgeräten hatte sich der Beirat damals auch überlegt eine Fahrt in den Wild- und Freizeitpark Ostrittrum zu unternehmen. Ein Ausflug mit Hintersinn, wie Beiratsmitglied Reiner Franke betonte: „Dabei könnten die Menschen in lockerer Umgebung in Kontakt kommen.“ Eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen wollte und mit ihrem Ehemann zum Stadtteilschnack gekommen war, plädierte dagegen für eine Sitzgruppe oder für eine Verbesserung der Geräte auf den Spielplätzen. „Es wäre doch schön, wenn die Kinder draußen mehr unternehmen könnten“, sagte sie

Geringe Beteiligung.

„Wir haben ein paar Anlaufschwierigkeiten“, meinte Roswitha Ouedraogo von der Awo. Erst seit Anfang 2018 existiert das Nachbarschaftsbüro in Deichhorst, seit Mai ist es in den neuen Räumlichkeiten neben der BBS II untergebracht. Obwohl einige Angebote des Büros gut angenommen würden, sei die Arbeit nicht immer leicht. Symptomatisch dafür wäre auch die geringe Beteiligung am Stadtteilschnack. „Viele Anwohner interessieren sich nicht besonders für das Viertel“, sagte Franke. Selbst im Beirat funktioniere nicht immer alles. Nach kürzester Zeit seien bereits zwei Bewohner wieder ausgeschieden. „Jetzt sind wir nur noch zu dritt“, erzählte Beiratsmitglied Gabriele Zawacki. Eigentlich müssten es sechs Anwohner sein.

Dass vieles auch im Stadtteil selbst im Argen liegt, wurde bereits auf den Beiratssitzungen diskutiert, die vierteljährlich veranstalten werden. Und auch beim Die Stadtteilschnack machten die Anwesenden ihrem Ärger Luft. Illegale Müllentsorgung und widerrechtlich geparkte Autos sind zwei der akuten Probleme für Beiratsmitglieder Franke und Zawacki. Sofas, Matratzen, Kühlschränke, gammliger Hausmüll – all das findet sich täglich neben den Müllcontainern in der Wohngegend. „Manchmal habe ich den Eindruck, dass Leute hierherfahren und ihren Müll einfach abstellen“, erklärte Franke.

Zawacki sind vor allem die abgemeldeten Autos, die regelmäßig die Parkplätze in der Matthias-Grünewald-Straße und Lucas-Cranach-Straße blockieren, ein Dorn im Auge. „Anwohner oder Besucher können da dann nicht mehr parken“, stellte sie fest. Der Austausch mit den Hauseigentümern, Gebäudemanagement und dem Hausmeister nehme nur schleppend Form an, bedauerten beide Beiratsmitglieder.

Problemlösung als Prozess

„Viele Probleme können nicht sofort gelöst werden, das ist natürlich ein Prozess“, lenkte Ouedraogo ein, „wir müssen uns fragen, was wir Positives bewirken können und nicht immer nur meckern.“ Ein guter Anfang dafür seien schon einmal die 2500 Euro des Stadtteilfonts.

Da am Montag keine neuen Ideen vorgebracht wurden, soll bei der nächsten Beiratssitzung nach der Sommerpause darüber abgestimmt werden, wofür das Geld ausgegeben wird. „Wer noch einen Einfall hat, kann aber auch gerne zwischendurch bei uns vorbeikommen“, sagte Ouedraogo. Das Nachbarschaftsbüro hat montags bis donnerstags von 10 bis 13 Uhr und mittwochnachmittags geöffnet.