Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Stadtwerke bestätigen gute Qualität Kein Chlor mehr im Delmenhorster Trinkwasser

Von Michael Korn | 17.06.2015, 14:51 Uhr

Nachdem Anfang 2015 Fäkalkeime im Trinkwasser entdeckt wurden, wurde in Delmenhorst gechlort. Damit ist jetzt Schluss, das Wasser ist wieder tiptop.

Wie die Delmenhorster Stadtwerke am Mittwoch, 17. Juni 2015, mitteilten, ist die Chlorung des Delmenhorster Trinkwassers mit sofortiger Wirkung in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eingestellt worden. Die seit Beginn der Verkeimung engmaschige Beprobung sei bis Mittwoch beibehalten worden. Sie habe ergeben, dass es keine Auffälligkeiten mehr gibt, so dass die Chlorung beendet werden konnte.

Die Chlorung ist laut der Mitteilung im Januar 2015 eingeleitet worden, weil im Delmenhorster Trinkwasser mikrobielle Verunreinigungen festgestellt wurden . Die Dosierung sei seit Beginn mit 0,1 mg/l Chlor erfolgt und habe für die Trinkwasserkunden keinerlei Einschränkungen zur Folge gehabt. Der Grenzwert für die Chlorung von Trinkwasser liege laut Trinkwasserverordnung bei 0,3 mg/l.

Stadtwerke kaufen Brunnen-Grundstück

Der Brunnen, der als Verursacher der Verunreinigung identifiziert wurde, sei mittlerweile gespült und saniert. Seit Anfang Mai sei der Brunnen wieder in Betrieb. Um in Zukunft noch besser und schneller eingreifen zu können, sei eine ganze Reihe an Vorsorgemaßnahmen zum noch effektiveren Schutz des Delmenhorster Trinkwassers eingeleitet worden: Mittlerweile befinde sich das Grundstück, das in unmittelbarer Nähe zum Verursacherbrunnen liegt, im Eigentum der Delmenhorster StadtWerkegruppe. Es wurde laut Mitteilung an einen Landwirt verpachtet, der die Fläche in enger Abstimmung mit dem neuen Eigentümer bewirtschaften wird.

UV-Anlage zusätzlicher Schutz

Als weitere vorsorgliche Maßnahme werde im Juli eine UV-Anlage am Wasserwerksausgang als zusätzliche Barriere eingebaut. Dabei handele es sich um eine UV-Schutzdesinfektion. Um das Risikomanagementsystem im Grundwasserschutzgebiet noch weiter zu sensibilisieren, bereite die StadtWerkegruppe Delmenhorst ein Projekt mit dem „IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser“ aus Mülheim vor. Dieses Projekt beinhalte eine weitere, tiefgehende Ursachenanalyse. Außerdem habe sich der Leistungsbereich Versorgung der StadtWerkegruppe um ein Forschungsprojekt beworben, bei dem es um eine spezielle Anwendungsmethode zur Identifizierung von möglichen Quellen und Eintragspfaden mikrobieller Kontaminationen geht.

Wasserpreis nicht teurer

Die Chlorung sei als reine Vorsichtsmaßnahme bis bis 17. Juni 2015 beibehalten worden. Aufgrund der durchgehend unauffälligen Befunde gebe es seitens des Gesundheitsamtes und der Stadtwerkegruppe keinerlei Gründe, die Chlorung weiter aufrecht zu erhalten. Die Desinfektion des Delmenhorster Trinkwassers habe keinerlei Auswirkungen auf den Wasserpreis. Dieser werde nicht erhöht, da die Vorhaltung und der Betrieb einer Desinfektionsanlage zum normalen Betriebsrisiko eines Wasserversorgers gehören.