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Städtische Galerie Delmenhorst Ausstellung „Condition Report“ in Vorbereitung

Von Marco Julius | 28.06.2015, 17:14 Uhr

In der Städtischen Galerie Delmenhorst ist am Wochenende die viel beachtete Ausstellung „Spurenlese“ zu Ende gegangen. Zeit zum Verschnaufen bleibt dem umtriebigen Team der Galerie aber kaum.

Bereits am Freitag, 10. Juli, eröffnet die Städtische Galerie um 20 Uhr ihre neue Ausstellung mit dem Titel „Condition Report. Ane Mette Hol/Jan Schmidt“.

Die Ausstellung zeigt Werkgruppen von Ane Mette Hol (geboren 1979 in Bodø/Norwegen) und Jan Schmidt (geboren 1973 in Wiesbaden). Mit ihren Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Video- und Soundarbeiten rufen sie in beeindruckender Weise das Thema Zeit auf den Plan.

Dabei sind viele der präsentierten Arbeiten zugleich ein Kommentar zu den Gretchenfragen des Kunstsystems: Zu Original und Reproduktion, zur Aura eines Objektes, zu unseren Präsentationskonventionen und zu all dem, was ein professionelles Art Handling als Treibgut mit sich führt. Die Ausstellung, die mit ihrem Titel „Condition Report“ (Zustandsbericht) nicht von ungefähr auf die musealen Aufgaben des Sammelns, Bewahrens und Forschens anspielt, führt erstmals Mal Werke von Ane Mette Hol und Jan Schmidt zusammen.

Die Arbeiten von Ane Mette Hol lassen auf den ersten Blick nicht erahnen, dass es der Künstlerin im Kern um das Zeichnen geht. Ihre Werke sind visuelle Fallen; viele wirken wie abgestellte, vergessene Dinge, die bei der Einrichtung der Ausstellung oder der Produktion von Werken übrig geblieben sein könnten. Ein allzu flüchtiger Blick kann sie als Ready Made verkennen.

Eine leidenschaftliche Beziehung zu Materialien und ihren speziellen Verarbeitungsbedingungen treibt den Frankfurter Bildhauer und Zeichner Jan Schmidt. Ihn interessiert das Potenzial, das jedem Material zu eigen ist; jedem seiner Projekte gehen intensive Untersuchungen und Erprobungen voraus. Für die Arbeit „Markierung # 2“, realisiert 2013 im Museum Wiesbaden, sägte Jan Schmidt hochkonzentriert in monatelanger Arbeit Schlitze in zwei je 75 Zentimeter lange Aluminium-Vierkantblöcke. Die herabrieselnden Aluminiumspäne des immer im gleichen Abstand und Rhythmus umpositionierten Blocks ergaben auf dem Boden des Raumes ein Raster.