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Städtische Galerie Delmenhorst Einweihungsparty für den „Salon de Bär“

Von Marco Julius | 20.10.2016, 10:03 Uhr

Ein Schau- und Mitmachatelier eröffnet am Sonntag, 23. Oktober, unter dem Titel „Salon de Bär“ in der Städtischen Galerie Der Salon bietet in den kommenden Wochen einen unmittelbaren Einblick ins Arbeiten und Schaffen von Anke Bär.

Sehens- und bemerkenswert ist die aktuelle Ausstellung „À la recherche: Hermine David“ in der Städtischen Galerie an der Fischstraße so oder so. Ab dem kommenden Sonntag, 23. Oktober, 14 Uhr, erhält sie aber eine zusätzliche Aufwertung. Dann eröffnet in der Remise der „Salon de Bär“, ein Schau- und Mitmachatelier, das detailreiche Einblicke in die Arbeit der Bremer Buch-Illustratorin und Autorin Anke Bär bietet.

„Ich komme mit Sack und Pack“, verspricht die 39-Jährige. Und schon bei der Einweihungsparty des Salons ist Mitmachen ausdrücklich erlaubt und erwünscht. In den kommenden Wochen wird Anke Bär speziell zur David-Ausstellung eine Graphic Novel erstellen, die sich der Künstlerin David, aber auch der Künstlermetropole Paris in den Goldenen Zwanziger Jahren, den Roaring Twentys, annähern wird. „Ich arbeite prozessual. Wohin mich der Weg führt, das ist am Beginn nie ganz klar“, verrät Anke Bär. Zwar sind am kommenden Sonntag schon Vorskizzen und erste Arbeiten zu sehen, noch sei aber offen, aus welcher Perspektive sie sich der Geschichte Davids (1886 – 1970) annähere. Vielleicht über den Blick des einst in Delmenhorst beheimateten Malers Fritz Stuckenberg, vielleicht aus der Sicht Davids selbst. Anke Bär wird in den kommenden Wochen immer mittwochs im „Open Studio“ von 15 bis 17 Uhr verlässlich in der Remise zu treffen sein und auch sonst viel in ihrem neuen temporären Atelier arbeiten. Shouldern, wie es neudeutsch heißt, also einen Blick über ihre Schultern werfen, wenn sie an dem illustrierten Buch arbeitet, ist dabei ausdrücklich erwünscht. „Ich bin selbst gespannt und neugierig und hoffe auf gegenseitige Inspiration“, sagt die Illustratorin. Das Ateliersofa der Künstlerin, Zeichnungen, ein Moodboard, viele Bücher und Filme, die das Arbeiten der Bremer Illustratorin veranschaulichen, laden zum Verweilen ein. Zudem gibt es die Möglichkeit, selbst zeichnerisch loszulegen.

Lücken mit Fiktion füllen

Ihrer „Heldin“ David will sie sich spielerisch-forschend nähern. Zahlreiche schriftlich überlieferte Anekdoten, Zeitzeugenberichte, teils groteske, teils tragische Geschichten über die rätselhafte Französin liefern ihr Ideen. Leerstellen der Biografie gelte es dann, fiktional zu füllen. Wie könnten sich zum Beispiel die Pariser Begegnungen zwischen dem Delmenhorster Maler Fritz Stuckenberg und Hermine David abgespielt haben? Das ist eine Frage, die Anke Bär umtreibt.

Erste Skizzen und Arbeiten Anke Bärs zeigen, dass sie sich den Antworten auf ihre Fragen auch humorvoll und leichtfüßig annähert und so „Mutmaßungen über Hermine David“ liefert, wie sie selbst sagt. Ihr Werk im Werden beobachten zu können dürfte dabei ebenso bereichernd sein, wie der direkte Austausch mit ihr.

Herausfordernde Zusammenarbeit

Die Ausstellung, das betont Anke Bär, sei unheimlich inspirierend, auch die Zusammenarbeit mit Galerie-Leiterin Dr. Annett Reckert und Kuratorin Aneta Palenga sei spannend und auf positive Weise herausfordernd. Wer mehr wissen will, der schaut einfach im „Salon de Bär“ vorbei. Am Sonntag gibt es übrigens auch selbstgebackenen Kuchen, den der Freundeskreis Haus Coburg anbieten wird.