Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Städtische Galerie Delmenhorst „Spurenlese“ wird zur Entdeckungsreise

Von Marco Julius | 25.04.2015, 11:42 Uhr

Eindrucksvolle Künstlerfotografien und Schätze aus dem Archiv Marzona bringt die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie zusammen. Das Konzept funktioniert.

Den Moment festhalten, das kann die Fotografie. Das Archiv sammelt Momente, bewahrt sie. Die neue Ausstellung „Spurenlese. Künstlerportraits fotografiert von Angelika Platen / Dokumente aus dem Archiv Marzona“, die am Freitagabend eröffnet wurde und noch bis zum 28. Juni zu sehen ist, verbindet beides.

Zu sehen sind – und an dieser Stelle muss nicht übertrieben werden – eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen von rund 50 Künstlern, darunter Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Christo, Hanne Darboven, Gilbert & George, Konrad Klapheck, Charlotte Moorman, Walter De Maria, Jonathan Meese, Mario Merz, Sigmar Polke, Dieter Roth, Günther Uecker und Andy Warhol. Über 500 Künstlerinnen und Künstler hat Angelika Platen, Jahrgang 1942, in den 1960er Jahren und, nach einer Unterbrechung ihres Schaffens, auch in den vergangenen Jahrzehnten in Ateliers und Galerien, in bedeutenden Ausstellungen, bei Aktionen und Selbstinszenierungen fotografiert.

Stafotografin der Kunstszene

Kunstgeschichten statt Kunstgeschichte will die Ausstellung vermitteln, wie Galerie-Leiterin Annett Reckert bei der Eröffnung am Freitagabend ausführte. Biografische Skizzen aus dem Archiv Marzona, die ihren fragmentarischen Charakter gar nicht verleugnen wollen, die mitunter leichtgängig, ja lustig sind, auf jeden Fall aber stets inspirierend.

Ulrike Schneider, Fotohistorikerin aus Hannover, die in das Leben der heute 72-jährigen Fotografin Angelika Platen einführte, nannte die Fotokünstlerin die Starfotografin der Kunstszene, was sie vor allem in den sechziger und siebziger Jahren war. Dann geriet das Werk ein wenig in Vergessenheit, um Ende der neunziger Jahre wiederentdeckt zu werden.

Fotokünstlerin kommt zur Fibissage

Für Reckert und die Kuratorin Heidrun Mezger ist die „Spurenlese“-Ausstellung eine Herzensangelegenheit. Man spürt in den Räumen der Galerie die Lust, die Freude am Entdecken, die beide transportieren und vermitteln wollen..

Angelika Platen hat übrigens per Postkarte aus Cannes Grüße übermitteln lassen, zur Finissage am 28. Juni hat sie ihr Kommen fest zugesagt.

Die Galerie hat von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags sogar bis 20 Uhr.