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Städtischer Wohnungsbau GSG investiert bis zu zwei Millionen Euro in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 27.10.2015, 19:15 Uhr

Die Sanierungsbestrebungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (GSG) schreiten voran. Nach Abschluss der aktuellen Sanierungen der Wohnungen in der Königsberger Straße wird die GSG in Sachen energetischen Sanierung auf dem neuesten Stand sein. Dies teilte der GSG-Geschäftsführer Stefan Ludwig auf Anfrage mit.

Nach seinen Angaben werden die Häuser mit den Hausnummern 91, 93, 95 und 97 an der Königsberger Straße Schritt für Schritt vollsaniert. Dabei handelt es sich um insgesamt 28 Wohnungen mit einer Fläche von 1400 Quadratmetern. Die Kosten liegen zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro, so Ludwig. Wie das Endresultat nach Abschluss der Arbeiten im Februar 2016 ausschauen wird, davon vermitteln die Wohnungen unter der Hausnummer 74 einen Eindruck. Die 14 Wohnungen dort wurden vor vier Jahren für rund eine halbe Million Euro saniert. Hinzu kommen noch sechs Dachgeschosswohnungen der GSG an der Elbinger und Düsternortstraße, die gerade saniert werden. Im Februar wird die GSG dann insgesamt bis zu zwei Millionen Euro investiert haben.

„Gerade die Objekte an der Königsberger Straße werden nach Abschluss der Arbeiten im Februar 2016 zu den modernsten unserer Wohnungen gehören“, so Ludwig. Der Geschäftsführer geht sogar noch weiter. „Eine Modernisierung in solch einem Umfang haben wir bisher noch nicht vollzogen.“

Modernisierungen bringen höhere Mietpreise mit sich

Großflächig seien mittlerweile die Gesamtheit aller GSG-Bauten energetisch saniert. Das heißt, Außendämmung oder neue Fenster mit effizienteren Dämmwert wurden installiert. Innensanierungen seien hingegen nicht so stringent durchzuführen. „Es gibt immer Mieter, die eine Innensanierung nicht wünschen“, so Ludwig. Teilweise lebten sie schon seit Jahrzehnten in den Wohnungen und wünschten keine Veränderung, zum anderen bringen Modernisierungen höhere Mitpreise mit sich.

Dies wird auch bei den jetzt voll zu sanierenden Wohnungen in der Königsberger Straße der Fall sein. Eine Anhebung der Mieten sei möglich, sagte Ludwig. Wie hoch diese ausfallen werde, konnte er aber nicht sagen. Unter anderem spielten die finalen Modernisierungskosten eine Rolle. Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass auf einen Teil dieser Kosten, die die GSG auf die Mieten gesetzlich anrechnen dürfe, in den Jahren zuvor stets verzichtet worden sei. „Auch blicken wir auf den Einzelfall.“

Zwei Prozent Leerstand, weniger geht nicht

Für den Fall der Sanierungsarbeiten halte die GSG in ihrem Gesamtkatalog von 2200 Wohnungen in Delmenhorst und Stuhr einige Dutzend Wohnungen vor, um Bewohnern während der Zeit des Übergangs eine Ausweichmöglichkeit zu bieten. Insgesamt beträgt der Leerstand laut Ludwig „rund zwei Prozent“, also rund 50 Wohnungen. Neben der bewussten Freihaltung sei der Leerstand durch die natürliche Fluktuation von Mietern zu begründen, die aus GSG-Wohnungen ausziehen, versterben oder ins Pflegeheim wechselten. Diese Rate werde man nicht reduzieren können, so Ludwig.

 (Weiterlesen: Flüchtlinge verdrängen Altmieter nicht aus GSG-Wohnungen in Delmenhorst) 

Wohnungsnot in Delmenhorst liegt nicht vor

Ferner sei die Fluktuationsrate von Mietern in diesem Jahr auf einem Rekordtief: Verließen zuvor zehn bis zwölf Prozent der Mieter jährlich die Wohnungen der GSG, seien es 2015 nur sechs Prozent gewesen. Über die Gründe konnte Ludwig nur spekulieren. „Aktuell ist der Wohnungsmarkt in Delmenhorst vergleichsweise knapp“, sagt Ludwig. „Die Leute überlegen sich zwei Mal, ob sie umziehen.“ Dies mag auch an den Flüchtlingen liegen, die bis vor kurzem, bevor die Stadt Sammelunterkünfte eröffnet habe, „vollständig bei der GSG untergekommen sind“, so Ludwig. 430 Menschen lebten zuletzt in rund 200 Wohnungen der GSG. Eine drohende Wohnungsnot, wie sie unlängst das Pestel-Institut in einer Prognose nicht nur für Delmenhorst angekündigt hatte , sehe Ludwig nicht. „Wer in Delmenhorst umziehen will, erhält eine Wohnung.“