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Streik bei der Deutschen Bahn Pendler in Delmenhorst kommen noch glimpflich davon

Von Marco Julius | 10.12.2018, 10:49 Uhr

Der Warnstreik bei der Deutschen Bahn hat am Montag zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. Pendler aus Delmenhorst hatten dabei das Glück, dass die Nordwestbahn Richtung Bremen und Oldenburg nicht betroffen war.

Ein Warnstreik hat am Montagmorgen den Bahnverkehr in der Region erheblich beeinträchtigt. Vor allem der Fernverkehr war betroffen. Von 5 bis 9 Uhr dauerte der befristete Ausstand an. Auch danach läuft der Zugverkehr lange nicht reibungslos. Der Fernverkehr war laut Bahn bundesweit massiv eingeschränkt und musste zeitweise komplett eingestellt werden. Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen unter anderem nach mehr Lohn durchsetzen. Am Delmenhorster Bahnhof mussten Pendler und Reisende Wartzeiten in Kauf nehmen. Nicht direkt vom Streik betroffen waren die Züge der Nordwestbahn. Die RS3 (Bad Zwischenahn-Oldenburg-Bremen) war laut NWB-Pressesprecher Steffen Högemann gar nicht betroffen. Die Mitarbeiter der Nordwestbahn haben nicht gestreikt, die Nordwestbahn hat mit allen Tarifparteien gültige Tarifverträge.

Verantwortliche der NWB verärgert

„Wir halten es für unverantwortlich, dass durch eine Auseinandersetzung im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn AG die gesamte Branche in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagte Dr. Rolf Erfurt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordwestbahn. Die Nordwestbahn und ihre Fahrgäste sei aber aufgrund der Abhängigkeit von den Fahrdienstleitern der Deutschen Bahn für den Zugverkehr von deren Streik betroffen. So gab es unter anderem Probleme auf den Linien RS1 (Bremen/Farge-Bremen-Verden) und RS2 (Bremerhaven-Lehe-Bremen-Twistringen), weil ein Stellwerk nicht besetzt war.

Zugreisende in Delmenhorst nahmen den Streik insgesamt gelassen auf. Wer längere Reisen geplant hatte, der musste allerdings Geduld mitbringen. So wie das Ehepaar Linda und Johannes Emmler aus Ganderkesee. „Wir sind auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt nach Rostock“, sagte Linda Emmler gestern um kurz nach 9 Uhr am Gleis 1 in Delmenhorst. In Bremen wollten sie sich mit Freunden treffen, um dann gemeinsam Richtung Ostsee zu fahren. „Bis Bremen geht auch alles klar. Der Zug fährt pünktlich ab. Wie es dann weitergeht, wissen wir aber noch nicht“, ergänzte ihr Mann. „Wir als Landeier fahren selten mit dem Zug“, sagte Linda Emmler lachend. „Aber wir haben Urlaub, wir sehen die Sache noch entspannt.“ Ihr Ziel Rostock dürften sie dennoch erst mit einer großern Verspätung erreicht haben.

Wie die meisten Bahnreisenden hatten die Emmlers schon am Vortag von dem Streik erfahren. Ob viele Reisende deshalb direkt auf das Auto umgestiegen sind, lässt sich laut Polizei schwerlich sagen. „Die Kollegen der Autobahnpolizei haben kein allerdings verstärktes Verkehrsaufkommen bemerken können. Der Durchlauf der Fahrzeuge auf den Autobahnen 1 und 28 war normal“, sagt Albert Seegers, Sprecher der hiesigen Polizeiinspektion.