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Arbeit in Delmenhorst Suche nach Arbeit: Wie Frauen "mehr Power" verliehen werden soll

Von Niklas Golitschek | 20.09.2019, 15:05 Uhr

Die Berufswelt bietet immer wieder neue Herausforderungen. Für Frauen, insbesondere Berufsrückkehrerinnen und Geringverdienerinnen, bietet der Trägerverein Frauen und Wirtschaft im Herbstsemester wieder ein umfangreiches Angebot an Seminaren und Kursen.

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau – in Artikel drei des Grundgesetzes vor 100 Jahren beschlossen, gibt es da in der Realität noch so manche Hürde zu überwinden. Gerade mit Blick auf den Beruf. „Bei den Führungspositionen ist noch einiges zu tun“, merkt Petra Borrmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Delmenhorst an.

Der Förderungen von Frauen mit Fokus auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in Delmenhorst und umzu hat sich der Trägerverein Frauen und Wirtschaft verschrieben, in dessen Vorstand sich Borrmann engagiert. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Claudia Becker hat sie nun das Herbstprogramm an Seminaren und Workshops vorgestellt. Das soll insbesondere auch Berufsrückkehrerinnen und Teilzeitbeschäftigte ansprechen „Wir wollen Frauen gut mit Power ausstatten, damit sie wissen, was sie wollen und was nicht“, bekräftigt Borrmann.

Vielfältiges Angebot

Die Veranstaltungen finden in Delmenhorst, Ganderkesee, Oldenburg und Wildeshausen statt und bieten verschiedene Schwerpunkte: ob Konfliktlösung in der Arbeitswelt, Training für das Vorstellungsgespräch, Tipps zu einem Elevator Pitch – eigene Ideen präzise auf den Punkt zu bringen – oder ein Existenzgründungsseminar. Ein neues Format ist der Infonachmittag über Chancen und Potenziale im Pflegesektor im Krankenhaus Johanneum, Feldtstraße 1, in Wildeshausen am 23. Oktober von 9.30 bis 12 Uhr.

Das Angebot, das zu 85 Prozent mit Fördergeldern des Landes Niedersachsen sowie der Europäischen Union bezuschusst wird, wurde im ersten Halbjahr laut Claudia Becker auch sehr gut angenommen. 160 Teilnehmerinnen haben ihr zufolge an den rund 30 Seminaren teilgenommen, hinzu kamen 175 Einzelberatungen, die der Verein ebenfalls anbietet. Letzteres beinhalte etwa Existenzgründungsberatungen, die Vorbereitung auf Bankengespräche oder Tipps bei der Steuerabrechnung. Auch externe Weiterbildungen werden mit bis zu 200 Euro pro Jahr gefördert.

Positive Entwicklungen

Derweil hat Petra Borrmann in den vergangenen Jahren auch positive Entwicklungen festgestellt. „Die Phase, in der Frauen aus dem Berufsleben gehen, wird immer kürzer“, sagt sie. Früher seien das auch mal 15 Jahre gewesen. Arbeitssuchenden komme derzeit zudem der Fachkräftemangel entgegen. Auch beim Thema Führungspositionen hat die Gleichstellungsbeauftragte einen pragmatischen Ansatz, um Berufs- und Privatleben einfacher zu kombinieren: In Teilzeit könnten sich bei Bedarf zwei Frauen die Stelle teilen. „Aber das hat auch der Arbeitgeber Stadt noch nicht ausdiskutiert“, merkt sie an.

Das genaue Angebot ist online unter www.frauen-und-wirtschaft.de zu finden und liegt in zahlreichen öffentlichen Gebäuden wie den Volkshochschulen aus. Die Mitarbeiterinnen der Projekte sind telefonisch unter der (04431) 85472 erreichbar.