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„Summer School“ in der VHS Delmenhorster Schüler Pauken auch in den Ferien

Von Jasmin Johannsen | 27.07.2017, 19:37 Uhr

Zusammen lernen und Ausbildungsbetriebe besuchen: Zum sechsten Mal fand in dieser Woche die „Summer School“ statt. Neben Lerninhalten stand auch Bewerbungstraining auf dem Programm.

Freiwillig in den Sommerferien die Schulbank drücken? Für den 17-Jährigen Dennis lange eine unzumutbare Vorstellung: „Eigentlich ist die Zeit ja zum Faulenzen da“, erklärt der Hauptschüler lachend. Dass er doch an der „Summer School“ teilgenommen hat, habe er der Sozialpädagogin an seiner Schule zu verdanken: „Sie hat mich darauf aufmerksam gemacht und jetzt habe ich hier in einer Woche so viel Spaß, wie die ganzen Ferien nicht!“

Defizite in Hauptfächern ausgleichen

Schon zum sechsten Mal fand in dieser Woche die „Summer School“ des Fachdienstes Jugendarbeit in Kooperation mit der Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung und dem Jobcenter in der städtischen Volkshochschule statt. An sechs Tagen wurden nicht nur Defizite in den Hauptfächern Mathematik, Englisch und Deutsch ausgeglichen, die 16 Schülerinnen und Schüler konnten auch erste Kontakte zu Delmenhorster Ausbildungsbetrieben knüpfen und sich einem Bewerbungstraining stellen.

Dass das Angebot so gut angenommen wird verwundert auch Katja Schmall vom Fachdienst Jugendarbeit immer wieder: „Das Projekt ist auf freiwilliger Basis, um so mehr freuen wir uns, dass jedes Jahr so viele Schüler teilnehmen.“ Die „Summer School“ richtet sich an Jugendliche, die im kommenden Jahr ihre Schullaufbahn beenden und sich auf den bevorstehenden Hauptschulabschluss vorbereiten wollen.

Ferien sinnvoll nutzen

Nach der Teilnahme an der Projektwoche würden viele Jugendliche im letzten Schuljahr noch einmal richtig durchstarten, schildert der Sozialpädagoge Ralf Kronhardt von der Jugendhilfe-Stiftung. Deshalb würde er gezielt Schülerinnen und Schüler ansprechen, die sich verbessern wollen.

Dazu gehörte auch der 17-Jährige Zake. Der Schüler lebt erst seit sieben Monaten in Delmenhorst, zuvor war er aus Afghanistan geflohen. Die langen Sommerferien kannte Zake aus seiner Heimat nicht. „Ich habe mich gefreut, dass ich etwas Sinnvolles in den Ferien machen konnte“, erklärt der 17-Jährige. Für ihn sei vor allem die Nachhilfe in Deutsch hilfreich gewesen. Die 14-Jährige Yamna wolle dagegen nach den Ferien die vermittelten Lehrmethoden anwenden. „Jetzt weiß ich wie ich mich beim Lernen richtig konzentrieren kann“, erzählt sie.

Die „Summer School“ will sich bewusst vom normalen Schulunterricht abheben. „Unser Ziel ist es Lehrinhalte mit freizeitpädagogischen Maßnahmen zu verbinden“, so Schmall. Deshalb konnten die Teilnehmer nachmittags nicht nur Ausbildungsbetriebe besichtigen, sie durften sich auch kreativ austoben oder beim Yoga entspannen. Dennis ist sich sicher: „Weil hier alles so locker ist, habe ich viel gelernt.“