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Pläne für Umzug Tagesstätte Delta in Delmenhorst klagt über Raumnot

Von Marco Julius | 14.10.2019, 21:56 Uhr

Die Tagesstätte Delta bietet psychisch kranken Menschen in Delmenhorst Hilfe und Unterstützung.Räumlich kommt sie an ihre Grenzen.

Die Lage, das sagt Carsten Sauerwein, die sei top. Zentral in der Innenstadt, Bus und Bahn quasi direkt vor der Tür. Und doch sagt er, dass die Tagesstätte Delta mit dem dazugehörigen Café Deltissima keine Zukunft mehr an der Louisenstraße 8 hat. „Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, wir hatten schon Wasser im Mauerwerk“, sagt Sauerwein vom Bezirksverband Oldenburg (BVO), der die Tagesstätte leitet. Beengte Verhältnisse

Das Gebäude, dass sich in der Hand der Stadt befindet, sei eben sehr alt. Zwei Hauptprobleme benennt Sauerwein: „Das Gebäude ist nicht barrierefrei, das Treppenhaus beengt, die Toiletten sind für Menschen mit Einschränkungen der Mobilität allein kaum zu nutzen. Das ist in heutigen Zeiten eigentlich nicht mehr vertretbar. Es ist insgesamt bereits seit Jahren viel zu beengt für unsere Bedürfnisse.“

Beratung, Begleitung und Begegnung: Die Tagesstätte richtet sich mit ihrem Angebot an Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie können dort zu einem strukturierten Tagesablauf zurückfinden, werden dabei von Fachkräften unterstützt. „Wer zu uns kommt, kann seine Fähigkeiten und Talente wiederentdecken und weiter entwickeln“, sagt Sauerwein. Kontakte zu anderen Menschen, gemeinsam gestaltete Zeit, dafür stehe die Tagesstätte. „Wir schaffen dafür die notwendigen Rahmenbedingungen, damit Besucher wieder soziale Begegnungen erleben und in den Alltag finden können“, sagt Sauerwein. An der Louisenstraße werde das aufgrund der räumliche Enge aber zunehmend schwierig. Bei seelischer Belastung

Die Türen der Tagesstätte stehen offen für Menschen, die unter einer seelischer Belastung oder Erkrankung leiden. „Wer zum Beispiel nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik ambulante Unterstützung braucht, ist willkommen“, sagt Sauerwein. Die Tagesstätte Delta arbeitet dabei nach einem festen Wochenplan.

Das Café Deltissima fungiert zudem als offene Kontaktstelle. Ohne Überweisungsschein, ohne behördliche Formalitäten werden hier Menschen bei der Bewältigung psychischer Probleme unterstützt. „Der Isolation entgegenwirken, soziale Kompetenzen, die Kommunikationsfähigkeit und das Selbsthilfepotential unterstützen, so umschreibt Sauerwein die Ausrichtung. Tagesstätte und Café werden gut bis sehr gut frequentiert. „Der beschützte Raum“ wird angenommen. „Er erfüllt eine wichtige Funktion, gerade weil die Stadt Delmenhorst keinen Notdienst für Menschen mit psychischen Problemen hat. Wir sind immer erreichbar“, erläutert Sauerwein. Delta schließe die Lücke zwischen der stationären und ambulanten Versorgung, genau unter dieser Vorgabe sei die Tagesstätte 1999, von der Politik ausdrücklich gewünscht, eingerichtet worden. Sauerwein hofft, dass die Politik nun auch bei der Suche nach einem neuen Standort die notwendige Unterstützung leistet.

240 Quadratmeter stehen aktuell zur Verfügung. „Wir bräuchten aber 400 bis 450 Quadratmeter“, sagt Sauerwein. Platz also für Therapiegruppen, fürs Bewegungsangebot, fürs Werken, fürs gemeinsame Kochen und Essen und vieles mehr.

Gemeinsames Projekt mit Tagesklinik

Platz, den es in einem Neubau an der Stedinger Straße/ Ecke Geibelweg geben könnte. Nicht so zentral gelegen wie der Standort Louisenstraße, aber eben mit ganz neuen Möglichkeiten. Wie berichtet, klagt auch die Tagesklinik für psychisch Kranke, die sich auf dem Gelände des Josef-Hospitals Delmenhorst befindet, über ähnliche Probleme. „Wir könnten von Synergieeffekten profitieren, etwa in dem wir bestimmte Räume gemeinsam nutzen“, sagt Sauerwein, der etwa an eine Mini-Sporthalle denkt oder an eine Ton-Werkstatt oder Räume für Ergotherapie. Dr. Claus Bajorat hatte jüngst im Ausschuss für Gesundheit und Soziales entsprechende Pläne der Tagesklinik und die mögliche Kooperation mit der Tagesstätte Delta vorgestellt. „Es soll natürlich zwei separate Eingänge geben. Tagesklinik und Tagesstätte haben unterschiedliche Profile und Aufgaben. Aber beide könnten von der räumlichen Nähe profitieren, eine Schnittmenge ist gegeben, ist sich Sauerwein sicher.

Die Tagesstätte Delta besteht in diesem Jahr seit 20 Jahren. Gemeinsam mit dem Wohnheim Fichtenstraße (25 Jahre) und Solandis (15 Jahre) soll am Mittwoch, 20. November, von 14 bis 18 Uhr in der Markthalle gefeiert werden. Wer dabei sein möchte, kann sich per E-Mail an info@wohnheim-Fichtenstrasse.de noch bis zum 31. Oktober anmelden.