Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Tankstellen-Überfall Staatsanwältin fordert Haftstrafe für Delmenhorster

Von Marco Julius | 12.01.2016, 15:42 Uhr

In der Gerichtsverhandlung rund um den Tankstellenüberfall am Reinersweg im Juli 2015 gehen die Forderungen nach angemessenen Strafen weit auseinander. Ein Urteil gibt es am Dienstag, 19. Januar.

Drei Jahre und neun Monate Haft, so lautet die Forderung der Staatsanwaltschaft im Fall der beiden Delmenhorster, die sich aktuell vor dem Landgericht Oldenburg für einen Überfall auf eine Tankstelle am Reinersweg im Juli 2015 verantworten müssen . Sowohl der Haupttäter, der mit einer ungeladenen Schreckschusswaffe in der Hand knapp 900 Euro aus der Tankstelle geholt hatte, als auch sein damaliger Freund, der draußen im Wagen gewartet hatte, hätten sich des gemeinschaftlich begangenen schweren Raubes schuldig gemacht.

Geständnis soll strafmildernd wirken

Während der Haupttäter geständig war, gab der Fahrer an, erst unmittelbar vor der Tat an der Tankstelle erfahren zu haben, dass sein Freund einen Überfall plant. Der allerdings hatte ausgesagt, der Fahrer habe ihm den Tipp mit der Tankstelle gegeben, man habe die Beute auch teilen wollen. Für die Staatsanwaltschaft wirkt sich das Geständnis strafmildernd aus, allerdings habe der Haupttäter diverse Jugendstrafen auf dem Kerbholz. Der Fahrer hingegen ist in dieser Beziehung noch ein unbeschriebenes Blatt.

Die Verteidigung widersprach der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Fahrers plädierte auf eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten. Seine Aussage sei glaubhaft, er habe von dem Überfall erst spät erfahren und lediglich Beihilfe geleistet, weil er seinen Freund nicht im Stich lassen wollte. Die beiden Verteidiger des Mannes, dem der Löwenanteil des Überfalls zur Last gelegt wird, plädierten ebenfalls für eine Bewährungsstrafe, maximal 18 Monaten seien angemessen. Sie sehen in dem Überfall einen schweren Raub, aber in einem minderschweren Fall, es habe keine Gefahr für die Überfallenen bestanden, das Geständnis sei umfassend, die tiefe Reue und die Entschuldigung glaubhaft, zudem habe ihr Mandant in einer finanziellen Notlage und unter dem Einfluss von Drogen gehandelt. Sie führten auch aus, dass der Tankstellenmitarbeiter und dessen Freundin ausgesagt hatten, dass sie die vorgehaltene Waffe eigentlich nicht für echt gehalten hätten. Der Haupttäter nutzte die Gelegenheit des letzten Wortes noch einmal, um sich für die Tat zu entschuldigen. Er habe damals Tomaten auf den Augen gehabt. Er wolle in Zukunft weder mit Drogen noch mit Straftaten zu tun haben, das sei er seiner Familie schuldig, die auch in schweren Zeiten zu ihm stehe.

Urteil am 19. Januar

Das Urteil verkündet der Vorsitzende Richter am kommenden Dienstag, 19. Januar, 9 Uhr, im Landgericht Oldenburg.