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Tannenbaum-Verkauf läuft an Nordmanntanne in Delmenhorst nach wie vor beliebt

Von Merlin Hinkelmann | 08.12.2016, 08:42 Uhr

Grün sind sie alle. Doch welche Weihnachtsbäume sind besonders begehrt? Das dk hat sich bei den Verkäufern umgehört.

Das Geschäft boomt. 29,3 Millionen: So viele Weihnachtsbäume gingen nach Angaben des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie im letzten Jahr über die Ladentheke – oder besser: durchs Netz. Das waren immerhin 100.000 mehr als noch im Jahr zuvor. Weihnachtsbäume, genau das ist das Metier von dem jungen Mann, der zurzeit tagtäglich auf dem Kaufland-Parkplatz steht. Der 21-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, stellt zu Weihnachten keinen Baum auf. Und das, obwohl er gewissermaßen tagtäglich von unzähligen Bäumen umgeben ist. Seit zwei Wochen verkauft er mit seinen drei Kollegen Tannen. Welche sind besonders beliebt?

Nordmanntanne nach wie vor schwer im Trend

Welche Tannen sind in diesem Jahr besonders beliebt? „Ganz klar die Nordmanntannen über zwei Meter“, sagt der 21-Jährige, der sich mit dem Job „ein bisschen was dazu verdienen will“. Vor allem die voluminösen Exemplare mit den dichten Ästen seien begehrt. Aber auch die kleinen Bäume finden ihre Käufer: „Das kommt natürlich auf den Kunden an.“ Zwischen 13 und 27 Euro hat Michael alles im Angebot. Seine „besten Stücke“ sind die Premium-Tannen. „Die sind 12 Jahre gewachsen, sehr schöne Bäume“, erzählt er, während er für eine Kundin einen Baum durchs Netz zieht. In den zwei Wochen, in denen der Stand schon auf dem Parkplatz steht, hat das Team rund 100 Bäume verkauft. Alle Tannen stammen aus der Lüneburger Heide. „Gerade sind wieder vier Paletten angekommen, das bedeutet Arbeit“, sagt Michael.

Baum ins Wasser stellen

Derweil auf dem Parkplatz vor dem Möbelhaus Zurbrüggen: Hier stehen wie schon im letzten Jahr Gabi und Joachim Wölk mit ihrem Weihnachtsbaum-Stand. Auf die Frage nach der beliebtesten Baumsorte antworten die beiden wie aus einem Munde: „Die Nordmanntanne.“ Knapp 50 Tannen – viele kommen aus Delmenhorst und Osnabrück – hat das Ehepaar bereits verkauft. „Ich rate den Kunden immer, den Baum ins Wasser zu stellen“, sagt Gabi Wölk und grinst. „Dann hält der bis Ostern.“ Wenn man den ganzen Tag mit Tannenbäume arbeite, „ja, dann kommt schon eine schöne vorweihnachtliche Stimmung auf“. Wenngleich sie wohl keinen eigenen Baum am Heiligabend aufstellen wird.

Trend zum Zweitbaum

Wer seinen Baum lieber selbst schlagen möchte, kann das auf dem Erdbeerhof von Gerd Pleus tun. Auch Pleus sieht die Nordmanntanne „als ungebrochen Trendsetter“. Und das habe durchaus seine Gründe: „Die Stacheln stechen beim Schmücken weniger und eine richtig gute Nordmanntanne hält einfach länger.“ Neben der Nordmanntanne sei die Blaufichte nach wie vor gefragt. „Sehr stabil und riecht sehr intensiv.“ In den letzten Jahren hatte Pleus zudem immer mehr Kunden, die einen Zweitbaum wollten – „zum Beispiel extra einen für die Kinder“. Dass man Ende November schon Weihnachtsbäume bei den Supermärkten bekommt, betrachtet Pleus mit Skepsis. „Umso früher fangen sie an zu nadeln.“ Die Kunden, die zu ihm auf den Hof kommen, nehmen nicht selten ihre eigene Säge mit, erzählt Pleus. „Viele fällen den Weihnachtsbaum selbst und feiern das mit der ganzen Familie.“ Für manche sei das ein ganz besonderes Event. „Es ist dieses Feeling. Man weiß, wie alt der Baum ist und dass er tatsächlich aus dem Wald kommt.“