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Tarifeinigung im öffentlichen Dienst Delmenhorst und Ganderkesee müssen tief in die Tasche greifen

Von Thomas Breuer und Thomas Deeken | 18.04.2018, 18:26 Uhr

Die frisch ausgehandelte Tariferhöhung im öffentlichen Dienst fordert die Stadt Delmenhorst finanziell: Gegenüber den im Haushalt veranschlagten Tarif- und Besoldungssteigerungen entstehen für das laufende Jahr zusätzliche Ausgaben in Höhe von rund 340.000 Euro.

Laut Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin Interne Verwaltungsdienste der Stadt, sind 850 tariflich Beschäftigte der Stadt betroffen. Die von Innenminister Horst Seehofer zugesagte Übernahme des Ergebnisses für den Beamtenbereich gilt laut Gerlach zunächst nur für den Bund. Für Beamte in Niedersachsen sei aber bereits eine Erhöhung um zwei Prozent zum 1. Juni 2018 gesetzlich geregelt. Hiervon seien rund 240 Beamtinnen und Beamte bei der Stadt Delmenhorst betroffen.

Einmalzahlung von 250 Euro

Für das laufende Jahr wurde im städtischen Haushalt für alle Mitarbeiter (tariflich Beschäftigte und Beamte) eine Erhöhung von 2,2 Prozent eingepreist. Nun sind es für die tariflich Beschäftigten 3,09 Prozent – plus eine Einmalzahlung von 250 Euro bis zur Entgeltgruppe sechs.

In Ganderkesee 470.000 Euro mehr

„Für die Gemeinde Ganderkesee steigen die Gehaltsaufwendungen durch die Tarifeinigung in diesem Jahr um etwa 470.000 Euro“, sagt Erster Gemeinderat Rainer Lange. Einkalkuliert worden sei bislang eine Steigerung um 350.000 Euro. Die Differenz werde voraussichtlich über einen Nachtragshaushalt gedeckt.

Lange: Kräftiger Schluck aus der Pulle

Lange habe zwar mit einem höheren Tarifabschluss als im vergangenen Jahr gerechnet. „Das ist jetzt aber natürlich auch für unseren Haushalt ein kräftiger Schluck aus der Pulle. Gerade vor dem Hintergrund der zu erwartenden Stellenzuwächse im Kitabereich wird eine Lösung mit dem Land bezüglich der Kostenerstattung nun umso wichtiger.“

Landkreis für tarifgerechte Bezahlung

Landrat Carsten Harings fasste sich kurz: „Gute Arbeit soll ordentlich bezahlt werden. Der Landkreis Oldenburg steht für eine tarifgerechte Bezahlung seiner Beschäftigten und akzeptiert selbstverständlich die Tarifhoheit der verhandelnden Akteure“.