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Taten unter anderem in Stuhr 24-jährige steht wegen Einbruchsserie vor Landgericht

Von Alexander Schnackenburg | 30.03.2016, 16:30 Uhr

Sie soll die Opfer ausgekundschaftet und während der Einbrüche Schmiere gestanden haben: Seit Mittwoch muss sich eine 24-jährige Angeklagte aus dem Kosovo wegen schweren Bandendiebstahls vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Sie soll die Opfer ausgekundschaftet und während der Einbrüche Schmiere gestanden haben: Seit Mittwochvormittag muss sich eine 24-jährige Angeklagte aus dem Kosovo wegen schweren Bandendiebstahls vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Taten in Stuhr, Wardenburg und anderen Orten

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr 19 Einbrüche und sechs Einbruchsversuche in der Zeit vom 11. März bis zum 30. April 2015 vor. Sie soll vier Mittäter gehabt und in diversen Orten der Region zugeschlagen haben, darunter in Stuhr, Großefehn, Wardenburg, Westerstede, Lohne, Bad Zwischenahn und Zeven. Überwiegend hat die Bande nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Privathaushalte bestohlen, sogar solche, deren Bewohner anwesend waren. Doch auch in eine Apotheke und in eine Lagerhalle soll das Quintett eingebrochen sein, meist, indem es eine Tür oder ein Fenster aufgebohrt habe. Alles in allem hätten die Täter bei ihren Einbrüchen eine fünfstellige Summe an Bargeld erbeutet sowie allerlei Schmuck, Kreditkarten, Uhren und auch Turnschuhe.

Details kamen beim gestrigen Verhandlungsauftakt allerdings nicht ans Licht. Das Gericht hat bislang keinen Zeugen vernommen. Statt dessen strebt der Vorsitzende Richter Horst Kießler eine Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Strafkammer an, möchte ein aufwändiges Verfahren zu vermeiden.

Verteidigung will Freiheitsstrafe auf Bewährung

Um aber zu einer Verständigung zu gelangen, müsste die Angeklagte, so Kießler, zunächst einmal die Taten gestehen. Wie die Verteidigung allerdings schon einmal durchblicken ließ, sei ein derartiges Geständnis für mindestens sieben der 25 Einzeltaten, die die Staatsanwaltschaft gestern verlas, derzeit ausgeschlossen. Auch könne die Angeklagte „nicht in allen Fällen die Höhe des entwendeten Bargelds“ bestätigen oder Angaben zum entwendeten Schmuck machen. Sie sei nicht an der Beute beteiligt worden. Die Verteidigung stellt sich eine Freiheitsstrafe auf Bewährung für ihre Mandantin vor.

Fortsetzung am Donnerstag, 7. April

Kießler aber betrachtete gestern eine Strafe auf Bewährung für die Angeklagte als „nicht vertretbar“, sprach von „vielleicht zweieinhalb bis drei Jahren“. Die Staatsanwaltschaft fordert gar eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren für die 24-jährige.

Das Landgericht Oldenburg setzt die Verhandlung am kommenden Donnerstag, 7. April, fort.