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Thema Elektromobilität Erstes E-Kennzeichen in Delmenhorst unterwegs

Von Jan Eric Fiedler | 30.10.2015, 07:52 Uhr

Seit Anfang Oktober gibt es für Elektroautos ein eigenes Kennzeichen. In der Stadt Delmenhorst ist Harald Kossow der erste Fahrer, der sich das neue Autokennzeichen geholt hat.

Für Elektroautos gibt es seit Anfang Oktober ein eigenes Kennzeichen. Harald Kossow ist der erste Delmenhorster, der mit dem E-Kennzeichen unterwegs ist. Damit ausgestattete Autos können Sonderrechte erhalten. Diese wünscht sich Kossow auch für Delmenhorst.

„Die Einführung des E-Kennzeichens seitens der Bundesregierung ist ein Schritt in die richtige Richtung, Elektro-Autos mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken“, meint Kossow. Hinter der Zahl steht auf dem neuen Kennzeichen ein E, das das Auto als Elektroauto identifiziert. Autos mit dem Kennzeichen können von Kommunen bestimmte Sonderrechte eingeräumt werden, beispielsweise das freie Parken auf öffentlichen Parkplätzen oder das Nutzen von Busspuren.

Kossow fährt Plug-in-Hybrid

Kossow fährt kein reines Elektroauto, sondern einen Plug-in-Hybrid. Bis zu 25 Kilometer kann es rein elektronisch fahren. Anschließend schaltet sich der Benzinmotor dazu. Derzeit sei dies für ihn der beste Kompromiss, da Elektroautos noch nicht die entsprechenden Reichweiten bieten. „In meinem Preissegment schaffen sie um die 160 Kilometer pro Ladung, ich bräuchte aber 300“, sagt der selbstständige Computerhändler. Mit seinem Auto erfüllt Kossow dennoch die Voraussetzungen für das E-Kennzeichen: Denn es gilt nicht nur für reine Elektroautos oder Autos mit Brennstoffzelle, sondern auch für Plug-in-Hybride, wenn sie nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder mindestens 30 Kilometer rein elektronisch fahren können.

Elektromobilität führt Nischendasein

Die geringe Reichweite bei hohen Anschaffungspreisen ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass die Elektromobilität weiterhin ein Nischendasein führt: Gerade einmal 18 reine Elektroautos sind laut Stadtsprecher Timo Frers in Delmenhorst gemeldet. Dazu kommen rund 140 Hybridfahrzeuge.

Dabei liegen die Vorteile der Elektromobilität für Kossow auf der Hand: „Es fallen keine Emissionen vor Ort an“, sagt Kossow. Da er Ökostrom nutzt, ist die Energie, die er seinem Auto zuführt, grundsätzlich umweltverträglich. Für die Zukunft plant er, mit einer Photovoltaik-Anlage und einem eigenen Stromspeicher selbst unter die Stromproduzenten zu gehen. Die laufenden Kosten seien wesentlich geringer. „Der Rat der Stadt könnte sich hier auch als moderner Vorreiter darstellen, indem zum Beispiel die Fahrer von Elektroautos und Plug-In-Hybriden, die die Bedingungen des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen, von den Parkgebühren auf bestimmten öffentlichen Parkplätzen befreit werden“, sagt Kossow. Diese Möglichkeit sehe das Gesetz ausdrücklich vor, entsprechende Schilder seien bereits in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen.

Das Fahren auf Busspuren, was beispielsweise in Norwegen möglich ist, hält Kossow in Delmenhorst für nicht nötig: „Hier gibt es ja nur eine am Stadtwall. Das würde, glaube ich, niemanden Zeit sparen.“