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Tiergerechte Hühnerhaltung Stuhr: Frühstücksei aus dem mobilen Stall

Von Dirk Hamm | 21.04.2015, 20:13 Uhr

Matthias Gaida und Holger Nöhrnberg halten Hühner in mobilen Ställen. Die Hennen haben den ganzen Tag über freien Auslauf.

Zerrupfte und blutig gepickte Hennen, auf engstem Raum zusammengepfercht, sind bei den Stuhrer Hühnerhaltern Matthias Gaida und Holger Nöhrnberg nicht zu finden. Sie setzen stattdessen auf mobile Hühnerställe, die den Tieren genügend Raum zur Entfaltung bieten, und den freien Auslauf der Legehennen bis zum Sonnenuntergang auf der grünen Wiese. Die täglich jeweils mehrere Hundert naturnah erzeugten Eier, die an Ort und Stelle verkauft werden, finden nach eigenen Angaben reißenden Absatz.

340 Hennen, drei Hähne und zwei Ziegen

Während Holger Nöhrnberg in Alt-Stuhr in erster Linie Milchviehhaltung im Haupterwerb betreibt, arbeitet Matthias Gaida als Statiker und Bausachverständiger tagsüber in seinem Brinkumer Büro. Frühmorgens und am Abend sowie an den Wochenenden ist der Mittvierziger jedoch auf seinem 8000 Quadratmeter großen Weidegrundstück am Gerdshütteweg in Bürstel zu finden: Dort kümmert sich Gaida um seine 340 braunen Hennen, die den ganzen Tag mit drei Hähnen und zwei Ziegen im Freien herumlaufen. „Ich habe seit einiger Zeit eine gewisse Sehnsucht nach Einfachheit“, sagt Gaida.

Stall zieht alle zwei Wochen um

Alle zwei Wochen wird der mobile Stall an eine andere Stelle gezogen, sodass die Tiere stets eine hygienisch frische umzäunte Fläche zur Verfügung haben. Das Futter bezieht Gaida von der Mühle Unger in Varrel. Vertrauen sei dabei der entscheidende Faktor: „Da weiß ich, dass nur inländisches Getreide für das Hühnerfutter gekauft und verarbeitet wird.“

Auch Holger Nöhrnberg, der seinen Hof an der Kladdinger Straße derzeit in einen Biobetrieb umwandelt, bedient sich bei der Hühnerhaltung eines mobilen Stalls. Zu den 225 Hennen sollen demnächst in einem weiteren Mobil noch mal so viele Tiere dazukommen.