Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Toys Company in Delmenhorst Langzeitarbeitslose bereiten Spielzeug für Bedürftige auf

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 25.05.2017, 11:06 Uhr

Für die einen gibt es Spielsachen, die anderen finden Beschäftigung: Die Toys Company in Delmenhorst bedeutet Gewinn für zwei Seiten.

In einer Art simuliertem Spielzeugbetrieb werden Kunden des Jobcenters, meistens Menschen, die seit langer Zeit nach Arbeit suchen, beschäftigt. Dort gibt es eine Werkstatt, in der gebrauchtes Spielzeug repariert wird, im Lager registrieren Mitarbeiter den eingehenden Bestand der Spielsachen. Vorne in einem kleinen Laden werden die Stücke angeboten – an Kinder von Menschen die selbst Hartz VI empfangen oder unter dem Asylbewerberleistungsgesetz.

„Wir sind froh, dass wir wieder durchstarten können“, sagte Jens Schiemann vom Jobcenter Delmenhorst über das Projekt, das für mehrere Seiten einen Nutzen hat. Die Toys Company, ein Projekt der Dekra Akademie, dem privaten Bildungsunternehmen der Dekra, musste 2012 am alten Standort am Brendelweg schließen. Im vergangenen Jahr wurde an der Brauenkamper Straße 97 ein neuer Standort eröffnet– mit Erfolg. Statt wie bisher etwa 40 zählt die Dekra nun rund 120 Kunden, die sich regelmäßig Spielzeuge, Puppen, Kuscheltiere, Gesellschaftsspiele oder auch Fahrräder aus dem Fundus aussuchen. (Weiterlesen: Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigt in Delmenhorst) 

„Ich staune immer, wie motiviert sie sind“

Für die dort arbeitenden Langzeitarbeitslosen dient die Beschäftigung zur Aktivierung: „Ich staune immer, wie motiviert sie sind“, sagt Stefan Pilarski, der die Menschen in den verschiedenen Bereichen anleitet. Die Arbeit in Vertrieb, Buchhaltung, Lager oder Geschäft koordinieren die Teilnehmer selbst.

Angela Kubatz ist eine der Mitarbeiterinnen. Eigentlich ist sie im Bereich der Buchhaltung beschäftigt, gerne hilft sie auch in der Werkstatt aus. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier einen Ein-Euro-Job mache“, schwärmt sie von ihrer Tätigkeit. Sie schätzt das Umfeld, in dem sie arbeitet, denkt langfristig aber wieder an den Einstieg in den Arbeitsmarkt, „wenn mir einer eine Chance in der Buchhaltung gibt“, sagt Kubatz. (Weiterlesen: Mehr Mühe für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge) 

35 Toys Companies deutschlandweit

Die Stabilisierung bei Langzeitarbeitslosen dauere lange. Häufig sei es schon ein Erfolg, regelmäßig morgens einen Dienst anzutreten, sagte Torsten Plate, Leiter der Dekra Akademie Oldenburg/Bremen. Bundesweit beschäftigt die Dekra an etwa 35 Standorten Langzeitarbeitslose in solchen Toy Companies.