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Treffen in Markthalle fruchtet Viele Ideen für gute Integration in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 15.10.2015, 01:02 Uhr

Ob Nachhilfe oder aktive Freizeitgestaltung für Flüchtlinge – an Ideen mangelt es nicht. In der Markthalle fanden am Mittwoch viele Akteure zusammen und setzten ein starkes Signal in der Stadt.

Franziska Lütjen ist fest entschlossen. Zusammen mit fünf weiteren jungen Leuten möchte die 27-Jährige in Delmenhorst eine verlässliche Hausaufgaben- und Nachhilfe für Flüchtlingskinder anbieten. Um den Bedarf zu ermitteln, hat die Gruppe, zu der auch eine Arabisch sprechende junge Frau gehört, alle Grund-, Haupt- und Realschulen im Stadtgebiet angeschrieben. Zwei Schulen haben schon geantwortet, allein 13 Mädchen und Jungen könnten dort die Unterstützung gebrauchen. In Kooperation mit der Diakonie soll jetzt alles Weitere koordiniert werden.

Alle Beteiligten eint ein Ansinnen

Die Initiative ist nur eine von vielen, die sich dieser Tage in Delmenhorst formieren. Alle Beteiligten eint ein Ansinnen: die Menschen, die ihre Heimat aufgegeben haben, nicht sich selbst zu überlassen. Viele Delmenhorster sind dafür bereit, Teile ihrer Freizeit zu opfern – das wurde am Mittwoch ab dem späten Nachmittag in der Markthalle deutlich.

Unter dem Motto „Willkommen in Delmenhorst“ hatten sich dort auf Betreiben der Stadt und des Breiten Bündnisses gegen rechts mehr als 300 Menschen eingefunden. Die einen, um im Namen von Institutionen, Vereinen und Initiativen vorzustellen, welche Projekt bereits laufen oder im Aufbau sind – die anderen, um ihre Hilfe anzubieten und auszuloten, wo sie sich am besten einbringen können.

„Wir sind offen, etwas zu tun“

Auch Elsbeth Wolring war da, für die evangelisch-methodistische Christuskirche an der Bremer Straße. Sehr kurzfristig, sagt sie, sei klar geworden, dass die Gemeinde sich in der jetzigen Situation einbringen müsse. „Wir sind offen, etwas zu tun, und bieten unsere Räumlichkeiten an“, sagte sie. Denkbar sei, bei der Arbeit mit Frauen und der Freizeitgestaltung einzusetzen. „Ich erwarte da gerade von unseren Senioren viel“, so Wolring.

Engelbert Berthy stellte die Anstrengungen der Caritas vor und kündigte ein neues Angebot an. So soll im Jute-Center eine Möbelvermittlung neu eingerichtet werden. Sie werde am 1. Dezember starten.

Gilbert Korting von der Delmenhorster Bürgerstiftung wünscht sich schnell zusätzliche Ehrenamtliche, die Flüchtlingskindern Deutsch beibringen. „Der Bedarf ist riesig“, stellte er fest.

Sportvereine kommen am 11. November zusammen

Für den Stadtsportbund, unter dessen Dach 61 Vereine aktiv sind, kündigte Richard Schmidt an, dass gegenwärtig noch überlegt werde, wie Flüchtlinge und Asylbewerber am besten integriert werden können. Für Mittwoch, 11. November, 19.30 Uhr, sei ein Gespräch der Vereinsvertreter hierzu an einem noch zu benennenden Ort geplant. Denkbar sei, die Zuwanderer zunächst beitragsfrei aufzunehmen.

All das, was am Mittwoch aufgezeigt wurde, nannte Moderator Dr. Christian Glass „ein sehr hoffnungsstiftendes Spektrum“. Für das Breite Bündnis gegen rechts zeigte sich Hartmut Nordbruch von der großen Resonanz auf „Willkommen in Delmenhorst“ angetan. Nun gehe es darum, aus den vielen Kochtöpfen einen zu machen.