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Trifolie bringt absurde Sketche auf die Bühne Abseitige Komik in Delmenhorster Villa kommt an

Von Jasmin Johannsen | 19.04.2018, 14:30 Uhr

Ein erfrischend anderes Komik-Programm konnte das Publikum am Mittwoch im Familienzentrum Villa erleben. Das Trio Trifolie bewies, dass Comedy auch ohne viele Worte funktionieren kann.

Komik weit ab vom Mainstream wurde am Mittwochabend im Familienzentrum Villa geboten. In der Reihe „Kapriolen“ trat Trifolie mit dem Programm „Best of Visuelle Comedy“ auf. Die rund 60 Zuschauer amüsierten sich über viele absurden Sketche.

Müder Mann, Verehrer und Revolverhelden

An Ideenreichtum fehlte es den drei Akteuren nicht. Jasper Schmitz, Axel Vandenabeele und Oliver Sproll traten in mehr als 40 Rollen auf. Mal kämpfte Schmitz als verzweifelter Schlafsuchender gegen Vandenabeele als niederträchtige Mücke. Wenig später wetteiferten die drei im Seeräuberlook um das Taschentuch und damit einhergehend die Gunst einer adretten Schiffspassagierin. Oder gingen als Revolverhelden verkleidet auf die Suche nach den Teletubbies im äußerst windigen Wilden Westen. Besonders komisch mimten Sproll und Schmitz zwei Billardkugeln, die den nächsten Anstoß fürchten. Bei ganz ungestümen Gefechten konnten schon einmal Arme, Hinterteile oder gar ganze Köpfe über die Bühne rollen.

Geschichte der Titanic umgeschrieben

Mit schwarzem Humor wurde zwar geklotzt, die derben Episoden fanden aber einen Ausgleich in kleinen harmlosen Intermezzi. So schrieben Trifolie in der kürzesten Szene sogar die Geschichte der „Titanic“ um. Bei ihnen geht nämlich nicht das Schiff, sondern der Eisberg unter.

Kugelstoßer „Juri Kraftprotzki“ tritt auf

Zwischenzeitlich wurde immer wieder in das „Olympiastadion“ geschaltet. Dann gingen Charaktere wie der Kugelstoßer „Juri Kraftprotzki“ an den Start und bestritten auf aberwitzige Weise ihre Wettkämpfe. Überhaupt schien die Welt des Sportes dem Trio viel Inspiration geliefert zu haben. Von Fußball über Leichtathletik bis hin zum Fechten bekam das Publikum gut inszenierte und pointierte Szenen zu sehen.

Neue Figuren im Zehn-Minuten-Takt

Längere Sketche wechselten sich mit kürzeren ab. So entstand ein kurzweiliges Programm, im Zehn-Minuten-Takt bekamen die Zuschauer neue Figuren zu sehen. Die Komiker überzeugten dabei sowohl solo, als auch als Duo oder Trio. Mit viel Geschick und Körperbeherrschung wirkten sogar die bizarrsten Slow-Motion-Szenen real. Da mussten die Comedians gar nicht ihre Stimmen einsetzen. Die Inszenierungen waren universell verständlich, was Trifolie übrigens auch bei Auftritten in Japan, Frankreich und Italien bewiesen hat.

Für das erfrischende Programm bedankte sich das Publikum mit herzhaften Lachern und viel Beifall.