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Trinkwasserförderung angestrebt Stadt Delmenhorst soll Brunnen in Graft übernehmen

Von Thomas Breuer | 28.07.2015, 20:29 Uhr

Die beteiligten Akteure wehren sich gegen den Vorwurf der Verzögerung. Ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren für die Trinkwasserförderung bleibt fraglich.

Die Graft muss, um deren Versumpfung abzuwehren, dauerhaft entwässert werden. Aber ob dort jemals wieder Trinkwasser gefördert wird , bleibt auch nach der am Montag erfolgten Anweisung des Gesellschafters Stadt an die Stadtwerke , alle dafür notwendigen Schritte einzuleiten, fraglich. Der Rat will es laut Beschluss vom 11. Juni, doch weil die Trinkwasserversorgung – mit Zukäufen vom Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) – einwandfrei funktioniert, könnte eine Genehmigung auch nach dem prognostizierten jahrelangen Verfahren versagt bleiben.

Was darf das Ganze kosten?

Diese Ausgangslage stellt Politik und Verwaltung vor Probleme. Zwar muss Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen jetzt entgegen seiner Überzeugung auf eine neuerliche Trinkwasserförderung in der Graft hinarbeiten, doch was will sich die Stadt das kosten lassen?

Teure Sanierung der Brunnen

Laut Sascha Voigt, Aufsichtsratschef der Stadtwerke, soll die Stadt die für die Wasserförderung relevanten drei maroden Brunnen in der Graft übernehmen und künftig auch unterhalten. Während eines Pressegesprächs gestern im Rathaus, an dem auch Oberbürgermeister Axel Jahnz und Salmen teilnahmen, hieß es, sie würden kostenfrei übergeben. Allerdings müssten pro Stück 200.000 Euro in die Sanierung investiert werden. Mit der gleichen Summe würden ein oder zwei neue Brunnen zu Buche schlagen, die Entlastung für die nicht auf Dauerbetrieb ausgelegten Pumpen schaffen könnten. Insgesamt kämen laut Salmen pro Jahr noch einmal etwa 300.000 Euro für den Betrieb hinzu. Jahnz will die Politik bei der Entscheidung dafür oder dagegen einbinden. So oder so zahlt die Allgemeinheit.

Jahnz: „Das Wasser muss weg.“

„Das Wasser muss weg“, sagt Jahnz und will alle beteiligten Akteure für die Initialzündung zu einer Konferenz an einen Tisch holen. Schon seit dem Ratsbeschluss vom 11. Juni sei man nicht untätig gewesen. So lägen der Verwaltung bereits drei Angebote von Ingenieurbüros zur Erarbeitung eines Entwässerungskonzepts vor. Wer den Zuschlag erhalte, müsse strikt nach Vergaberichtlinien entschieden werden. Aufgabe der Stadtwerke ist es nach der Anweisung, ein Konzept vorzulegen, dass die dauerhafte Funktion der Fördereinrichtungen des alten Graftwasserwerks gewährleistet. „Da ist man schon ganz massiv bei“, sagte Voigt. Es gebe keine mutwillige Verzögerung.

Plan B liegt nicht vor

Ein Genehmigungsverfahren zur Trinkwasserförderung könnte Jahre dauern. Ob ein vereinfachtes Verfahren möglich ist, weil schon mal gefördert wurde, ist laut Jahnz zu prüfen. Ein Plan B, wie verfahren werden soll, wenn die Trinkwasserförderung nicht genehmigt wird, liegt nicht vor.