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Trotz Besucherschwundes Delmenhorster Grafttherme will Öffnung nicht ausweiten

Von Michael Korn | 06.07.2016, 18:04 Uhr

Trotz des Besucherschwundes sieht die Grafttherme in Delmenhorst keinen Anlass, mit erweiterten Öffnungszeiten mehr Gäste vor allem im Sportbereich anzulocken. Die Zeiten entsprächen der Nachfrage der Gäste.

Das Delmenhorster Freizeitbad Grafttherme sieht in erweiterten Öffnungszeiten insbesondere des Sportbereichs kein probates Mittel gegen den Besucherschwund . Das bekräftigte die städtische BAD Bäderbetriebsgesellschaft mbH auf Anfrage unserer Zeitung. Die Geschäftsführung hatte in der vergangenen Woche von einem Einbruch der Gästezahlen im vergangenen Jahr um fast 14.000 auf rund 402.000 berichtet. Auch in diesem Jahr werde das Ziel verfehlt, weil eine mehrmonatige Schließung des Freizeitbereichs wegen Baumängeln bevorsteht .

Keine Konkurrenz zu Ganderkesee

Vor allem die sportlich orientierten Nutzer fragen sich, warum das Hallenbad und das Freibecken gegenüber der Konkurrenz in Ganderkesee nur deutlich eingeschränkt zu Verfügung stehen, und das ausgerechnet in der Ferienzeit (in der Woche Schließung zwischen 8 und 10 Uhr, am Wochenende Öffnung erst ab 10 Uhr, Schließung um 18 Uhr). Eine entsprechende dk-Anfrage beantwortet die BAD so: „Der Sportbereich ist an den Wochentagen nicht geschlossen: In der Zeit von 8 bis 10 Uhr ist dieser Bereich komplett durch das Schulschwimmen reserviert. In den Ferien nutzen die Vereine diese Zeit für konzentrierte Trainingseinheiten. An den Wochenenden öffnet die komplette Therme um 10 Uhr. Diese Zeiten entsprechend der Nachfrage unserer Gäste.“

Grafttherme ein Allwetterbad

Einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Ganderkesee gebe es nicht: „Die Grafttherme ist kein Freibad, sondern ein Allwetterbad und somit unabhängig von norddeutschen Wetterkapriolen.“ Die BAD habe auch keinen Besucherschwund beklagt, sondern „lediglich festgestellt“. Zudem werde der Sportbereich an den Wochentagen genutzt. Er sei dem Schulschwimmen vorbehalten und damit komme man „der Daseinsfürsorge nach“.

Minus jetzt bei 2,5 Millionen Euro

Die Grafttherme hat im vergangenen Jahr das finanzielle Minus trotz des Gästerückgangs auf knapp 2,5 Millionen Euro senken können. Die Stadt und damit der Steuerzahler müssen für dieses Defizit aufkommen.