Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Trotz Tempo-Kontrollen: Keine Beruhigung an Delmenhorster Rennstrecke

Von Kai Hasse | 02.08.2017, 22:02 Uhr

Wenn es Abend wird und das Wochenende naht, stellen sich Bewohner des Hasporter Damms und der Friedrich-Ebert-Allee auf röhrende Motoren und Autorennen ein. Das sorgt dort seit Jahren für Ärger. Und es besteht wenig Aussicht auf Veränderung.

Den Umstand, dass an der vierspurigen Straße gern Gas gegeben wird, betonen DK-Leser immer wieder. Das Thema ist auch der Polizei seit Langem bekannt. Die Gegenmaßnahmen? „Es gibt viele Tempokontrollen an der Straße“, sagt Polizeisprecherin Desiree Krikkis, „dabei werden auch immer wieder einige Verstöße festgestellt.“

Polizei: „Die sind schnell weg.“

Ein Problem ergibt sich für die Polizisten dabei bei der Einordnung der Tat: Hat man es mit einem „echten“ Wagenrennen zu tun, oder nur einem kurzen Aufheulen des Motors an der Ampel mit einigen Metern Vollgas? Ein tatsächliches Rennen, das nahe der Autobahn beginnt und theoretisch erst nahe der Kreuzung Stedinger Straße/Richtstraße beim Ende des vierspurigen Ausbaus endet, habe man noch nicht feststellen können. „Das Problem ist: Die sind schnell weg“, sagt Krikkis.

Heißes Eisen Zeugenvideos

Also bräuchte die Polizei Beweise. Könnten Anwohner selbst helfen, indem sie – mit allgegenwärtigen Smart-Phones und immer praktischer werdender Video-Technik – selbst Beweismaterial aufnehmen? Rechtlich ein heißes Eisen, mahnt Krikkis. Datenschutztechnisch ist es nicht erlaubt, dauerhaft den öffentlichen Raum zu filmen, und Videos beispielsweise bei facebook öffentlich machen wäre auch verboten. „Videos, wenn sie gemacht wurden, können aber gern an uns weitergeleitet werden“, sagt sie für den Fall, dass jemand eine Kamera schnell zur Hand hatte. Weitere Einschränkungen der Straße – etwa Bodenwellen oder Verschwenkungen – müsste die Stadt in Angriff nehmen.

Verkehrsberuhigung „kontraproduktiv“

Die hält sich zurück. Timo Frers, Pressesprecher im Rathaus: „Eine Eindämmung, zum Beispiel durch Bodenwellen an den genannten Straßen, wäre aus Sicht der städtischen Verkehrsexperten kontraproduktiv und bei dem hohem Verkehrsaufkommen nicht realistisch.“ Die Straßenfolge ist die Hauptverkehrsader Delmenhorsts. Auf der Friedrich-Ebert-Allee fahren nach Frers’ Angaben täglich etwa 18000 motorisierte Fahrzeuge, auf dem Hasporter Damm 16000.