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Ümit Akbulut frisiert Promis Delmenhorster mit Kamm und Schere auf „Mein Schiff 6“

Von Marco Julius | 07.06.2017, 19:20 Uhr

Friseur, das war und ist der Traumberuf von Ümit Akbulut. Jetzt konnte er seinen Traumberuf für zwei Tage an einem traumhaften Ort ausüben: im Salon auf dem Kreuzfahrt-Riesen „Mein Schiff 6“.

Man kann sich ganz klein fühlen auf diesem riesigen Schiff. Oder wahlweise auch ganz großartig. Oder auch beides zugleich. Ümit Akbuluts Augen jedenfalls leuchten, wenn er von seinen Stunden auf „Mein Schiff 6“ erzählt. Der Friseur, der sich mit seiner „Haarwerkstatt“ an der Grünen Straße bereits einen Namen über die Delmenhorster Stadtgrenzen hinaus gemacht hat, gehörte zu den ersten Passagieren, die das Schiff betreten durften. Er hat die Schiffstaufe hautnah miterlebt und ist mit in See gestochen. Aber was heißt Passagier. „Ich war als Frisör gebucht, um zahlreiche Promis für Fotoshootings und Auftritte an Bord zu stylen“, sagt er. Schiffstaufe mit Blick auf die Elbphilharmonie in Hamburg – „eine Wahnsinnsshow“ – und dann ab Richtung Dänemark. Drei Tage an Bord, irgendwo zwischen „Urlaub und Arbeit“. Zeit, um das Schiff zu erkunden, gab es erst gegen Ende der kurzen Fahrt. „Ich nehme meinen Job ernst. Das waren zwei durchgetaktete Zehn-Stunden-Tage“, sagt Akbulut, der auch schon einmal acht Monate in Barcelona als Friseur gearbeitet hat. Er sagt aber auch: „Ab dem Zeitpunkt, wo man seine Arbeit liebt, hat man aufgehört zu arbeiten.“

Von Heino bis Rolfe Scheider

Eine wahnsinnige Erfahrung sei das auf dem Schiff jetzt gewesen. „Mein Schiff 6“ mit seinen 1000 Crew-Mitgliedern aus 50 Nationen, mit Platz für über 2500 Gäste, knapp 300 Meter lang, sechs Meter breit, 15 Decks, die sich in luftige Höhen schrauben, allein das sei schon ein Erlebnis gewesen. Aber vor allem der persönliche Kontakt zu den Promis an Bord und die Chance, seinen Traumberuf in einem Salon auszuüben, der direkten Meerblick hatte – all das habe ihn schwer beeindruckt. Heino und Hannelore waren an Bord. Schauspielerin Nina Bott und Sängerin und Moderatorin Fernanda Brandão hat er frisiert, die beiden seien schon sehr cool gewesen – „ganz ohne Starallüren.“ Auch Dieter „Didi“ Hallervorden hat sich in die Hände des 32-Jährigen begeben. „Der hat seinen ganz eigenen Kopf. Der lässt sich nichts mehr sagen, auch nicht von den Fotografen“, sagt der Frisör. Von der Schauspielerin und Moderatorin Bettina Kramer schwärmt Akbulut regelrecht. Und auch Rolfe Scheider, Casting Director und Entertainer, bekannt geworden als Juror in der Show „Germany’s Next Topmodel“, hat sich von Akbulut stylen lassen. „Er war so begeistert, dass er gleich meine Karte wollte“, sagt der Frisör.

Promis und Wohnungslose frisiert

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die Akbulut immer wieder faszinieren. Und es müssen nicht immer Promis sein. Er hat am Bremer Hauptbahnhof auch schon Wohnungslosen die Haare geschnitten. Und irgendwie versteht er sich dabei auch immer als eine Art Botschafter Delmenhorsts, seiner Stadt.

Für das Schiff und vor allem die „beeindruckende Logistik“ findet Akbulut jetzt nur lobende Worte. Aber eines muss er dann doch zugeben. So ein richtiger Kreuzfahrt-Fan wird er wohl nicht mehr. „Dafür bin ich nicht der Typ. Ich lasse mich einfach herumtreiben im Urlaub. An Bord ist alles durchorganisiert.“ Und wenn er dann doch mal auf große Fahrt gehen sollte, dann eher nicht Richtung Norden. „Karibik. Das wäre ein Traum.“