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Umbenennung vertagt Delmenhorster Straßennamen: Anwohner kommen zu Wort

Von Michael Korn | 24.03.2016, 07:39 Uhr

Drei Jahre nach dem Streit um die Umbenennung der Miegelstraße in Bungerhof gibt es eine erneute Kontroverse um einen historisch höchst problematischen Straßennamen.

Auf Antrag der SPD soll die Lettow-Vorbeck-Straße in Annenheide eine neue Bezeichnung erhalten, weil ihr Namensgeber, General Paul von Lettow-Vorbeck (1870 - 1964), mit Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Verbindung stehe. Die Stadt will nun nach dem Willen der Ratsfraktionen zunächst die betroffenen Anwohner um deren Meinung fragen. Schließlich wäre eine solche Umbenennung mit Unannehmlichkeiten und Kosten für die Anlieger verbunden, weil die Adressen geändert werden müssten.

Auch andere Straßennamen auf dem Index?

Einige Ratsparteien wollen zudem, dass auch andere Namen in Delmenhorst wie Hindenburg, Friedrich Ebert oder Bismarck auf den Prüfstand kommen. Bei der Miegeldebatte vor drei Jahren konnte sich der Rat trotz NS-Nähe der Dichterin nicht entschließen, den Namen zu tilgen.

Hannover und Leer haben Lettow-Vorbeck bereits ausgetauscht

Bei Lettow-Vorbeck hat es die Landeshauptstadt nach sechsjährigem Streit vorgemacht: Hannover hat die Lettow-Vorbeck-Allee 2009 gegen den Widerstand der Anwohner in Namibia-Allee umgetauft. Und die Stadt Leer benannte 2010 die gleichnamige Kaserne in Evenburg-Kaserne um.