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Umfrage unter Vermietern Delmenhorst hat zu wenig günstige Wohnungen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 16.02.2016, 18:04 Uhr

In Delmenhorst gibt es zu wenige günstige Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte. Dies hat eine Erhebung des GEWOS-Instituts ergeben, die am Donnerstag, 18. Februar, im Sozialausschuss vorgestellt wird. Die Mietobergrenze für Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfänger soll deshalb angepasst werden.

In Delmenhorst gibt es nach Angaben von GEWOS 5234 Einpersonen- und 2939 Zweipersonenhaushalte, die preisgünstigen Wohnraum nachfragen. Die Zahl der Wohnungen für diese Gruppen liegt darunter: So gibt es nach Erhebungen des Instituts lediglich 4461 Wohnungen bis 50 Quadratmeter und 2932 Wohnungen zwischen 50 und 60 Quadratmeter. „Da die Zahl der kleinen Wohnungen im Abgleich mit der Zahl der Nachfrager in kleinen Haushaltsgrößen zu gering ist, müssen diese Haushalte zwangsläufig auf größere Wohnungen ausweichen“, folgert GEWOS.

Studie soll Mietobergrenzen festlegen

Für die Studie im Auftrag der Stadt hatte das Institut im vergangenen Jahr Fragebögen an alle Vermieter in Delmenhorst verschickt . 4452 Datensätze standen nach Angabe der Verwaltung zur Verfügung. Dies entspricht mehr als 20 Prozent des Wohnungsmarktes. Erstellt wurde das „Schlüssige Konzept zur Ermittlung der angemessenen Kosten der Unterkunft“: Es sollte geprüft werden, ob die 2010 festgelegten Mietobergrenzen für Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfänger geändert werden müssen. Durch den Mangel an günstigen Wohnungen unter 60 Quadratmetern müssen nach Ergebnis der Studie die Obergrenzen für Ein- und Zweipersonenhaushalte angehoben werden.

Größere Wohnungen mehr als ausreichend vorhanden

Ganz anders sieht es bei größeren Wohnungen aus: Hier stehen laut GEWOS 8388 günstige Wohnungen mit mehr als 60 Quadratmetern zur Verfügung. Dem gegenüber stehen lediglich 3148 Drei-, Vier- und Fünfpersonenhaushalte mit Bedarf in dieser Größenordnung. „In jeder Größenklasse der größeren Wohnungen gibt es mindestens doppelt so viele Wohnungen wie Nachfrager nach preisgünstigem Wohnraum. Insgesamt gibt es in Delmenhorst 19.235 Mietwohnungen.

Grenze für kleine Wohnungen steigt

Die Mietobergrenze für Einpersonenwohnungen soll von 347 auf 370 Euro erhöht werden. Bei Wohnungen für zwei Personen würde sich eine Steigerung um acht Euro auf 429 Euro ergeben. Bei größeren Wohnungen wird die Mietobergrenze dagegen bedingt durch das Überangebot abgesenkt: Bei drei Personen liegt die Grenze künftig bei 504 Euro statt 523 Euro, für Haushalte mit vier Personen sind maximal 549 Euro (vorher: 578 Euro) vorgesehen, bei fünf Personen gibt es 601 statt 669 Euro.

Neue Regel soll sofort greifen

Wenn der Sozialausschuss den Änderungen zustimmt, müssen Verwaltungsausschuss und Rat die Entscheidung noch bestätigen. Dann soll die neue Regelung laut Vorlage der Verwaltung sofort greifen. Angewendet wird sie bei Zuzügen nach Delmenhorst, bei Umzügen innerhalb von Delmenhorst sowie bei Regelüberprüfungen der laufenden Fälle.