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Unabhängig von Hertie-Entwicklung Delmenhorster Kaufleute wollen Parkdeck am Vorwerk

Von Thomas Breuer | 22.08.2017, 19:15 Uhr

Unabhängig von der weiteren Entwicklung bei Hertie fordern die City-Kaufleute jetzt öffentlich einen Ausbau der Parkplatz-Kapazitäten am Vorwerk, also ein Parkdeck.

„Es sieht immer so aus, als sei dies nur der Wunsch von Herrn Uhde“, sagte Einzelhandelssprecher Christian Wüstner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dem ist nicht so.“ Vielmehr brauche nicht nur der Hertie-Investor, sondern die gesamte östliche Innenstadt mehr Parkraum, um sich zukunftsträchtig entwickeln zu können.

Es geht um eine zusätzliche Ebene

Wüstner verbindet diese Forderung mit dem Wunsch nach einer „Rückkehr zur Sachlichkeit“ in der öffentlichen Diskussion. Ziel sei nicht etwa ein vierstöckiges Parkhaus, sondern eine zusätzliche Parkebene. Würde dann die untere Parkfläche eine halbe Etage unter die Erde reichen, wäre das Gesamtkonstrukt mit einer Höhe von bis zu vier Metern aus seiner Sicht gut vertretbar.

„Ich finde es überraschend, dass sich die Stadt an dieser Stelle einen ebenerdigen Parkplatz leistet“, so der Kaufmann (Gameground).

Nach Vertagung alles weiter offen

Einen von der Verwaltung angestrebten Grundsatzbeschluss für ein Parkdeck, geknüpft an Mietverträge für die Hertie-Immobilie, hatte der Rat Mitte Juni mit dem Verweis auf weiteren Informationsbedarf vertagt. In den beiden großen Parteien SPD und CDU gibt es quer durch die Reihen Befürworter und Gegner eines Ausbaus der Parkplatzkapazitäten am Vorwerk. Vertretern der Politik haben die Kaufleute ihre Position kürzlich bereits hinter verschlossenen Türen dargelegt.

Stadt hat Gestaltung selbst in der Hand

Das Argument einer jetzigen grünen Oase am Vorwerk, wie es die Bürgerinitiative gegen ein Parkdeck schon mehrfach angeführt hat, mag Wüstner nicht gelten lassen: „Wer so etwas sucht, geht 300 Meter weiter in die Graft.“

Überdies sei der Vorwerk-Parkplatz im jetzigen Zustand sanierungsbedürftig, und auch für ein Parkdeck müssen nach seiner Einschätzung nicht zwangsläufig alle dortigen hohen Bäume weichen. Weil es sich um ein städtisches Grundstück handele, könnten die Entscheider „klar steuern, dass es stadtplanerisch vernünftig funktioniert“.

City-Kaufleute wollen eine klare Perspektive

Dass es vor allem den Betreibern inhabergeführte Geschäft ernst ist, unterstreicht Wüstner mit dem folgenden Satz: „Bei einer Entscheidung gegen das Vorwerk, wäre es schön, wenn uns die Ratsleute ihre Perspektiven für die östliche Innenstadt aufzeigen würden.“ Und weiter: „Wenn wir uns nicht weiter entwickeln können, werden wir mit der Zeit aufgefressen.“