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Unfallschwerpunkt Gefährlichste Kreuzung in Delmenhorst soll entschärft werden

Von Michael Korn | 14.09.2017, 14:49 Uhr

Der unübersichtliche Knotenpunkt Grüne Straße/Anton-Günter-Straße gilt als unfallträchtigster Bereich im Stadtgebiet. Jetzt will die Stadt dort vor allem Radfahrer und Fußgänger schützen.

Die Stadt will die gefährlichste Straßenkreuzung in Delmenhorst entschärfen: Im Bereich Grüne Straße/Anton-Günther-Straße/Heidestraße sollen eine Ampel, eine durchgehende Vorfahrtsregelung zum Stickgraser Damm sowie verkehrssichere Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger die Unfallzahlen senken. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung an die Planungspolitiker des Rates hervor, die am 21. September um 17 Uhr öffentlich über das Thema beraten. Der Umbau der Kreuzung soll im nächsten Jahr realisiert werden: Kosten: rund 220.000 Euro.

Zahlreiche Unfälle mit Verletzten

In der Vorlage heißt es: Die Kreuzung Grüne Straße/Anton-Günther-Straße/Heidestraße ist seit längerem auffällig hinsichtlich der Unfallzahlen. Von 2013 bis 2015 waren sieben Verkehrsunfälle mit Verletzten polizeilich bekannt geworden, 2016 wurden allein sechs Verkehrsunfälle mit Verletzten registriert, davon drei trotz Umsetzung von Sofortmaßnahmen (Erneuerung und Ergänzung der Beschilderungen sowie Markierungen). In diesem Jahr gab es bis Ende Juni drei gleich gelagerte Verkehrsunfälle.

Vor allem Radfahrer gefährdet

Eine Ortsbesichtigung ergab den Angaben zufolge, dass „insbesondere zu den Stoßzeiten extrem ungeordnete Verhältnisse existieren“: Zum Teil stehen Radfahrer- und Fußgängergruppen an der Ecke gegenüber der Heidestraße. Wenn insbesondere Radfahrer aufgrund des starken Verkehrs nicht queren können, kreuzen sie unkoordiniert den Knoten oder fahren auf der falschen Seite weiter. Weiterhin werden von Radfahrern, die der abknickenden Vorfahrtsstraße folgen, oftmals keine Handzeichen gegeben. Kraftfahrer schneiden teilweise die Kurve im Zuge der abknickenden Vorfahrt und vernachlässigen das vorgeschriebene Einschalten des Fahrtrichtungsanzeigers. Der Bereich ist der unfallträchtigste im Delmenhorster Straßennetz, so dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Abknickende Vorfahrt veraltet

Nahe Randbebauung schränke die Sichtverhältnisse deutlich ein und die abknickende Vorfahrtsregelung sei aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß, vor allem mit Blick auf das hohe Verkehrsaufkommen. Die Verkehrsströme von der Grünen Straße Richtung Stickgraser Damm sowie Richtung Anton-Günther-Straße seien nahezu gleich stark. Darüber hinaus sei die Kreuzung wichtiger Bestandteil des Schulweges mehrerer Schulen (Integrierte Gesamtschule, Realschule Lilienstraße sowie Bernhard-Rein-Schule). Die Verkehrswege der Schüler verliefen jedoch teils entgegengesetzt der Kfz-Ströme. Die Querung für Radfahrer und Fußgänger sei teilweise gefährlich und somit gerade für die jüngeren Verkehrsteilnehmer riskant. Infolge dessen werde mit dem Rad die falsche Straßenseite befahren, weil eine Querung in der abknickenden Vorfahrt nicht oder nur risikoreich möglich ist.

Auch Linienbusse profitieren

Die Achse Grüne Straße/Stickgraser Damm soll künftig die vorfahrtsberechtigte Hauptrichtung darstellen. Dies kommt nach Stadtangaben auch den Linienbussen entgegen, da auf dieser Route die Stadtbuslinien 203 und 213 verkehren. Zum anderen sei es erforderlich, für Fußgänger und Radfahrer verkehrssichere Querungsmöglichkeiten zu schaffen. Dieses Ziel wird sich nur durch Ausstattung der Kreuzung mit einer Ampel erreichen lassen.

Sicherheitsexperte gibt grünes Licht

Die Verkehrssicherheitskommision hat insgesamt fünf Varianten entwickelt, diskutiert und geprüft. Vier Varianten wurden nach Abwägung wieder verworfen. Die Ampel-Lösung sei von einem Sicherheitsauditor begleitet und für sicher eingestuft worden.