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„Unkonventionelle Lösungen“ Kaufleute fordern neue Ersatz-Parkflächen in City

Von Thomas Breuer | 05.12.2016, 18:55 Uhr

Direkt neben dem Parkplatz „Am Knick“ könnten bis zu 80 provisorische Stellflächen entstehen. Stadt und JHD sind darüber im Gespräch.

Ab sofort und bis voraussichtlich 16. Dezember ist die Bebelstraße gesperrt. Dort laufen vorbereitende Arbeiten für den Abriss des alten Hertie-Parkhauses , der am 10. Januar beginnen soll. Dass das Gebäude verschwindet, ist für Parkplatzsuchende kein Verlust, wird es doch schon seit Jahren nicht mehr genutzt.

Anders die Situation beim City-Parkhaus am Stadtwall . Mit dessen Schließung zum Jahresende und dem ebenfalls geplanten Abriss fallen für eine Dauer von voraussichtlich zwei Jahren 400 Stellflächen weg .

Kaufleute suchen Gespräch mit Stadtbaurätin

Um diesen Verlust zu kompensieren, und zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt haben fünf City-Kaufleute jetzt das Gespräch mit Stadtbaurätin Bianca Urban gesucht und sie zu „unkonventionellen Lösungen“ für die Zeit, in der das City-Parkhaus neu errichtet wird, aufgefordert. Erhard und Julian Flocke (beide Strudthoff), Bernd Oetken (Koopje), Juwelier Heinz-Jürgen Buchholz und Christian Wüstner (Gameground; zugleich Sprecher der City-Kaufleute) machten bei der Zusammenkunft auch Vorschläge, was sie darunter verstehen. Folgende Möglichkeiten sehen sie:

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  •  Ausweitung der Brötchentaste auf eine Stunde kostenloses Parken im gesamten Innenstadtgebiet
  • Parkmöglichkeit auf dem Bismarckplatz außerhalb der Wochenmarkttage, dazu zeitbeschränkt auch auf Teilen des Rathausplatzes und eventuell auf dem Rathausbrunnenplatz
  • Schaffung weiterer, bislang nicht genutzter Parkflächen im Citybereich
  • Kostenloses Parken in der City an allen Samstagen auf den ausgewiesenen Parkflächen.

Zudem wünschen sich die Kaufleute kurzfristig die Erstellung eines Flyers mit einer Übersicht aller Parkplätze, der über die Kaufleute und die sozialen Netzwerke publik gemacht werden soll.

Was hinter den Forderungen steht, bringt Julian Flocke auf den Punkt: „Wir sehen diesen Maßnahmenkatalog als ideale Möglichkeit, einer nicht wieder gutzumachenden Kaufkraftabwanderung aus der Delmenhorster City entgegenzuwirken.“ Und Wüstner sagt: „Klar, dass der vorübergehende Verlust des Parkhauses schmerzt. Aber er darf nicht nur uns wehtun.“

Fläche „Am Knick“ könnte genutzt werden

Laut Stadtbaurätin Urban soll der Flyer zeitnah umgesetzt werden und auf einer aktualisierten Parkplatzübersicht basieren, wie sie derzeit unter www.delmenhorst.de/aktuelles/verkehrstipps/parken.php zu finden ist. Zudem bestätigte sie Gespräche zwischen Stadt und Josef-Hospital über die vorübergehende Nutzung einer Fläche, die direkt an den Parkplatz „Am Knick“ angrenzt. Die jetzt durch eine Schranke abgetrennte Freifläche war entstanden, als die Norddeutsche Wäschefabrik für damalige Erweiterungspläne des Krankenhauses abgerissen wurde. Seitens des JHD hieß es, dort könnten für ungewisse Zeit zwischen 60 und 80 provisorische Parkplätze entstehen, entschieden sei aber noch nichts.

Keine Chance rund ums Rathaus

Kein Gehör fanden die Kaufleute bei Urban mit ihrer Anregung, das Parken rund um das Rathaus für einen gewissen Zeitraum auszuprobieren. „Delmenhorst hat diesen Bereich mit viel Liebe und hohen Investitionen städtebaulich aufgewertet“, sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. „Dort wieder Autos zu parken, wäre rückwärtsgewandt.“ Und weiter: „Der Rathausplatz ist für die Menschen da und nicht für die Autos.“ Die Hotelwiese zu nutzen , was durch den Rat abgelehnt wurde, hätte sie sich dagegen vorstellen können.

Nach der Schließung des City-Parkhauses werde es noch gut 1800 Parkplätze in der Stadtmitte geben.