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Unruhe im Urlaubsparadies Delmenhorster halten an Griechenland und Tunesien fest

Von Marco Julius | 30.06.2015, 18:54 Uhr

Es sollen die schönsten Wochen des Jahres werden. Doch es gibt beliebte Urlaubsregionen, in denen die Lage aktuell ungewiss ist.

Urlaub im Sommer, das klingt in diesen Tagen nach Sehnsucht, nach Erholung, nach Freude, nach Spaß am Strand: All das versprechen beliebte Touristenziele am Mittelmeer. Doch was, wenn aus einem Touristenziel ein Ziel für Terroristen wird, wie jetzt in Sousse in Tunesien, wo 38 Menschen mitten im Urlaubsparadies getötet wurden? Was, wenn – wie in Griechenland – die wirtschaftliche Lage bedenklich, die Zukunft des Landes ungewiss erscheint?

Menschen vor Ort helfen

Pia Widowski aus Delmenhorst hat gerade erst ihre Anzahlung für den Tunesien-Urlaub im Oktober geleistet, gebucht hatte sie mit ihrem Freund noch vor dem Anschlag. Sonnengarantie war der ausschlaggebende Faktor. „Wir könnten jetzt noch stornieren, aber wir werden trotzdem fliegen“, sagt sie. „Es gibt nirgendwo auf der Welt garantierte Sicherheit, das hat man in Paris gesehen.“ Der Urlaub könne auch ein Beitrag sein, den Menschen vor Ort, die vom Tourismus leben, zu helfen. Ähnlich denkt auch die Delmenhorsterin Doreen Shell, die familiär sehr mit Tunesien verbunden ist. „Ich bin zutiefst schockiert und traurig über diesen Vorfall. Aber die Tunesier sind tolle Menschen, ich habe in den ganzen Jahren nur Freundlichkeit erlebt“, sagt sie. Sie danke allen, die trotz des Anschlags dort ihren Urlaub verbringen, weil es den Menschen hilft zu „überleben“.

Christiane Frerichs-Schäferdiek vom Reisebüro Tui an der Langen Straße weiß, dass der Sicherheitsaspekt bei der Urlaubsplanung vor allem bei Familien mit Kindern eine Rolle spielt. „Die großen Reiseveranstalter bieten derzeit Stornierungen und Umbuchungen an, kostenlos. Es gab vereinzelt auch Nachfragen bei uns“, berichtet sie. Allerdings sei die Nachfrage nach dem Reiseziel Tunesien angesichts der Sicherheitslage schon vor den dramatischen Ereignissen von Sousse nicht sehr groß gewesen.

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Umbuchungen möglich

Auch andere hiesige Reisebüros berichten, dass Umbuchungen von Reisen nach Tunesien von vielen Veranstaltern derzeit ohne Kosten angeboten werden. Renate Zenth vom Reisebüro Fink erläutert zudem, das man das Schaufenster bereits umdekoriert und Tunesien-Angebote herausgenommen habe. „Neubuchungen werden derzeit sicher nicht kommen“, sagt sie.

Mit genügend Bargeld nach Griechenland

Die Lage in Griechenland ist naturgemäß eine andere und mit Tunesien kaum zu vergleichen. In Griechenland geht es nicht um Terrorismus. Dennoch könnte es Probleme geben, warnt das Auswärtige Amt. Im Zusammenhang mit der Bankenschließung könne es bei der Bargeldversorgung zu erheblichen Wartezeiten kommen, vereinzelt auch zu Engpässen bei der Ausstattung der Automaten mit Bargeld. Reisenden nach Griechenland wird deshalb geraten, sich vor der Reise mit ausreichend Bargeld zu versorgen.

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Die Delmenhorsterin Daniela Onken ist so eine Reisende. Sie will bald in einer größeren Gruppe nach Kreta. „Ein bisschen seltsam ist es schon, dass man vielleicht kein Bargeld bekommen könnte“, sagt sie. Sorgen mache sie sich aber nicht. „Ich denke, der Urlaub ist gesichert.“ Und sie hat eine klare Meinung: „Europa und Griechenland ist nicht geholfen, wenn jetzt jeder seine Reise absagt. Das verschlimmert doch die Lage für die Menschen nur.“

Tourismus wichtig für Griechenland

Das formuliert Jutta Kränkel von Optimal Reisen an der Langen Straße ähnlich. „Der Tourismus ist wichtig für Griechenland.“ Sie selbst war erst kürzlich dort und kehrte begeistert von „den netten Menschen und der Gastfreundschaft“ wieder.

Der Delmenhorster Thomas Gerlitz ist aktuell in Griechenland. Er will sich seinen Urlaub nicht madig machen lassen: „Sicher haben die hier Schwierigkeiten aller Art. Fakt ist aber auch, dass der kleine Mann – wie auch anderswo – eben nicht an der ganzen Misere schuld ist.“

Renate Zenth berichtet, dass im Reisebüro Fink keine Stornierungen für Griechenland-Reisen eingegangen sind, das Land sei weiter attraktiv für Urlauber. Wie sich die Nachfrage entwickle, sei aber offen: „Sicher werden jetzt alle die Nachrichtenlage beobachten.“